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10.10.2008 | Von:
Michael Hennes

Das pazifische Jahrhundert

Fazit

In Asien hat mit dem Ende des Kalten Krieges das neue Konzert der Mächte begonnen. Angesichts der enormen wirtschaftlichen Dynamik im pazifischen Raum haben auch die EU-Staaten ein vitales Interesse daran, nicht nur auf den Rängen Platz zu nehmen. Ihre ökonomische Teilhabe wird letzten Endes nur bei einer sicherheitspolitischen Lastenteilung mit den USA in Asien gelingen. Zugleich sichert sich Westeuropa als Insel des Friedens und des relativen Wohlstands mit dem Atlantischen Bündnis als bewährtem Instrument der Friedenssicherung gegen Unwägbarkeiten ab. Gegenüber den Jahrzehnten des Ost-West-Konfliktes können die Europäer heute innerhalb der NATO weit stärker ihre Interessen vertreten. Eine Ausdehnung des europäischen Engagements innerhalb der ISAF in Afghanistan zum Beispiel sollte mit einer klaren Forderung nach programmatischem Wandel einhergehen. Das Land am Hindukusch benötigt Entwicklungshilfe und einen zügigen Übergang in die Eigenständigkeit. Auf Dauer stationierte Besatzungstruppen führen in ein Fiasko. Die amerikanische Außenpolitik hat die Lektion bereits in Vietnam gelernt. Der Irak-Krieg hat einmal mehr gezeigt, dass Erfahrung noch lange nicht klug macht.