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18.9.2008 | Von:

Die "Wunde Arbeitslosigkeit": Junge Ostdeutsche, Jg. 1973

Die Sächsische Längsschnittstudie

Die Sächsische Längsschnittstudie[5] begleitet seit nunmehr 21 Jahren (1987 - 2008) eine identische Population von rund 400 jungen Leuten des Geburtsjahrgangs 1973 der DDR. Vor der deutschen Wiedervereinigung dokumentierte sie in den Jahren 1987 bis 1989 zunächst, wie diese als Schülerinnen und Schüler die DDR und den Sozialismus reflektierten, wie sich ihre persönliche Zukunftszuversicht und ihre Lebensorientierungen entwickelten. Nach der Wende in der DDR wurde die einmalige Chance empirischer Forschung genutzt, langfristig dieselben Jugendlichen bzw. später dann jungen Erwachsenen auf ihrem Weg in ein völlig anderes Gesellschaftssystem zu begleiten.[6]

Die Erhebungen der Sächsischen Längsschnittstudie finden jährlich auf dem Wege postalischer Befragungen statt. Im Jahr 2007 wurde die 21. Erhebungswelle durchgeführt. Die 1987 erstmalig Befragten waren 14-jährige Schülerinnen und Schüler aus den Bezirken Leipzig und Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz), die repräsentativ für den DDR-Geburtsjahrgang 1973 ausgewählt worden waren. Es handelt sich um eine altershomogene Stichprobe. Im Frühjahr 1989 erklärten sich 587 der ursprünglich 1281 Schülerinnen und Schüler bereit, auch weiterhin an der Studie teilzunehmen.

Die 383 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jahres 2007 (65,2 % der ursprünglichen Stichprobe) waren im mittleren Alter von 34,2 Jahren; N = 207 (54,2 %) waren Frauen. Die meisten der Befragten haben inzwischen ihre berufliche Ausbildung abgeschlossen. 49,3 % besitzen einen Facharbeiterabschluss, 21,4 % einen Fachschul- oder Fachhochschulabschluss und 23,4 % einen Hochschulabschluss. 45,1 % (N = 170) sind verheiratet und leben mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin zusammen, 4,0 % (N = 15) sind geschieden, N = 59 (15,6 %) leben in einer Lebensgemeinschaft. Ledig ohne Partner waren N = 56 (14,9 %); ledig mit Partner N = 77 (20,4 %). Die meisten Teilnehmenden (N = 252, 67,2 %) haben Kinder.[7]

Fußnoten

5.
Vgl. Peter Förster, Junge Ostdeutsche auf der Suche nach der Freiheit. Eine systemübergreifende Längsschnittstudie zum politischen Mentalitätswandel vor und nach der Wende, Opladen 2002; Hendrik Berth/Peter Förster/Elmar Brähler/Yve Stöbel-Richter, Einheitslust und Einheitsfrust. Junge Ostdeutsche auf dem Weg vom DDR- zum Bundesbürger. Eine sozialwissenschaftliche Langzeitstudie von 1987 - 2006, Gießen 2007; http://www.wiedervereinigung.de/sls/ (31.7. 2008).
6.
Vgl. Peter Förster/Walter Friedrich, Jugendliche in den neuen Bundesländern. Ergebnisse einer empirischen Studie zum Wandel der Meinungen, Einstellungen und Werte von Jugendlichen in Sachsen 1990 bis 1994, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), (1996) 19, S. 18 - 29; ders., Die 25jährigen auf dem langen Weg in das vereinte Deutschland. Ergebnisse einer seit 1987 laufenden Längsschnittstudie, in: APuZ, (1999) 43 - 44, S. 20 - 31; ders., Junge Ostdeutsche heute: doppelt enttäuscht. Ergebnisse einer Längsschnittstudie zum Mentalitätswandel zwischen 1987 und 2002, in: APuZ, (2003) 15, S. 6 - 17.
7.
Zur Soziodemographie der TeilnehmerInnen in früheren Wellen vgl. ders. 2003 (Anm. 6), S 11ff. und ders., Zur Sächsischen Längsschnittstudie und zur Untersuchungspopulation, in: H. Berth et al. (Anm. 5), S. 15ff.