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2.9.2008 | Von:
Michael Staack

Die Außenpolitik der Bush-Administration

Angetreten, den "unipolaren Moment" nach dem Ende des Ost-West-Konflikts auszudehnen, hat die Bush-Administration den Übergang zu einer multipolaren Welt noch beschleunigt.

Einleitung

Die Administration von Präsident George W. Bush wird mit einer der schlechtesten Leistungsbilanzen abtreten, die je von einer US-Regierung hinterlassen worden ist. Als Folge einer Mischung aus imperialer Hybris, ideologischer Verblendung und realpolitischen Fehlentscheidungen vermacht sie ihren Nachfolgern eine schwere Erblast. Die Bush-Administration hat in Bezug auf nahezu alle wichtigen Themen der internationalen Agenda (Friedenssicherung, Global Governance, Klima- und Umweltschutz, transnationaler Terrorismus, Nahostkonflikt) die weltpolitischen Herausforderungen ignoriert, ungeeignete Lösungsstrategien gewählt oder Rückschritte bei der Problembearbeitung verursacht. Ihre Außenpolitik war überwiegend den Realitäten einer komplexen und zunehmend interdependenten Welt nicht angemessen. Der Irak-Krieg stellt nur das prominenteste Beispiel für diese Fehlentwicklungen dar.






Als Folge dieser Politik befindet sich das Ansehen der Vereinigten Staaten in der Welt und der Respekt vor ihrem Gestaltungsanspruch als demokratische Weltführungsmacht zweifellos auf einem historischen Tiefpunkt. Angetreten, den "unipolaren Moment"[1] nach dem Ende des Ost-West-Konflikts im 21. Jahrhundert zu einer Ära auszudehnen, hat sie letztlich den Übergang von der unipolaren Machtstellung der USA zu einer zunehmend multipolaren Welt noch beschleunigt.

Fußnoten

1.
Charles Krauthammer, The Unipolar Moment, in: Foreign Affairs, 70 (1990/91) 1, S. 23 - 33.