BUNDESTAGSWAHL 2021 Mehr erfahren
APUZ Dossier Bild

2.9.2008 | Von:
Michael Staack

Die Außenpolitik der Bush-Administration

Fazit

Der von "imperialen Illusionen"[32] geprägte Weltordnungsentwurf der Bush-Administration hat sich als unangemessen für das beginnende 21. Jahrhundert erwiesen. Mit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak wollte sie die - aus ihrer Sicht - nahezu unbeschränkte politische und militärische Durchsetzungsfähigkeit der USA demonstrieren. Stattdessen führte der Krieg zur Reduzierung der amerikanischen Gestaltungsmacht.

Die größte Fehlleistung der Bush-Administration besteht darin, die überwältigende weltweite Solidarität nach dem 11. September vollständig verspielt zu haben, statt sie in eine Festigung ihrer Führungsposition durch kluge Politik umzusetzen. Zur Lösung globaler Probleme, aber auch zur Erarbeitung von Regeln und Normen für die Ordnung in einer abnehmend unipolaren und zunehmend multipolaren Welt hat sie wenig beigetragen. Die Herausforderung für die nächste amerikanische Präsidentschaft besteht in genau dieser Aufgabe - und darin, für eine veränderte, mit den Realitäten kompatible Außenpolitik auch die Zustimmung im eigenen politischen System zu sichern.

Fußnoten

32.
Vgl. Peter Rudolf, Imperiale Illusionen. Amerikanische Außenpolitik unter Präsident George W. Bush, Baden-Baden 2007.