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7.7.2008 | Von:
Helmut Digel

Chinas Nutzen aus den Olympischen Spielen

Beschäftigungs- und strukturpolitische Effekte

Die Ausrichtung von Olympischen Spielen, das haben alle Spiele der Vergangenheit gezeigt, haben auch positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Nirgendwo wurde dies in den vergangenen Jahren so deutlich wie in Peking, da fast alle Sportstätten erst gebaut werden mussten. Peking wurde auf diese Weise zu einem Arbeitsplatz auf Zeit für Tausende von Wanderarbeitern. Zur Vorbereitung der chinesischen Olympiamannschaft wurde das Fachpersonal wesentlich erhöht, unter anderem auch mit vielen ausländischen Experten. Unter der Führung einer 57-köpfigen Zentrale kümmern sich derzeit mehr als 4000 Mitarbeiter in 30 Abteilungen um die strategische und operative Umsetzung der Spiele.[10] Die Beschäftigungseffekte von Olympischen Spielen sollten jedoch auch nicht überschätzt werden. Sie weisen einen Höhepunkt im zeitnahen Umfeld der Spiele selbst auf, erweisen sich aber in der weiteren Arbeitsmarktentwicklung meist als folgenlos.

Die wohl wichtigste Wirkung, die Olympische Spiele erzielen können, ist jene, die als strukturell zu bezeichnen ist. Mit der Abhaltung Olympischer Spiele entstehen strukturelle Effekte, die hilfreich für eine positive gesellschaftliche Entwicklung in dem jeweiligen Ausrichterland sein können. Dies gilt für die ständig benötigte Modernisierung der Infrastruktur gleichermaßen wie für die positive Beeinflussung mentaler und sozialer Strukturen in der Bevölkerung. In Bezug auf die Spiele von Peking ist der neue Flughafen, der Ausbau des Straßensystems, die Modernisierung der bestehenden Verkehrswege und Verkehrsmittel, der Neubau und die Modernisierung verschiedener Wohngebiete, neue Hotelanlagen, die ökologische Sanierung ganzer Stadtteile und die Bereitstellung neuer Freizeitstrukturen zu erwähnen.

In diesem Zusammenhang ist vor allem auch das durch die Spiele hervorgerufene neue Bewusstsein zugunsten eines aktiven Umweltschutzes zu erwähnen. Erste strukturpolitische Entscheidungen wurden bereits getroffen. Eine vorrangige Bedeutung nimmt das Umweltschutzprogramm ein, in dem die Reduktion der Verunreinigung durch Braunkohle, die Vermeidung der Verunreinigung durch PKW-Emissionen, die Reduktion der industriellen Luftverschmutzung und der Schutz der Trinkwasserversorgung höchste Priorität haben. Aber auch die Implementierung und Entwicklung eines nationalen Sportgesundheitsprogramms und die nachhaltige Nutzung der olympischen Sportstätten wird besonders herausgestellt.[11]

Fußnoten

10.
Vgl. BOCOG, About us, in: http://en.beijing2008. cn/47/66/column211716647.shtml (15. 4. 2008).
11.
Vgl. BOCOG, Beijing 2008 Green Olympics: Progress v. Challenge, in: http://en.beijing2008.cn/12/12/
greenolympics.shtml (15. 4. 2008).