Ein Flüchtling läuft am 05.09.2015 auf dem Hauptbahnhof in München (Bayern) über den Bahnsteig und hält dabei ein Foto von Angela Merkel in den Händen.

"Wir schaffen das"

"Wir schaffen das"– diese Worte der Bundeskanzlerin stehen sinnbildlich für den Sommer 2015 und das, was im Zusammenhang mit der sogenannten Flüchtlingskrise in den Monaten darauf folgte. Der Satz wurde zum Slogan sowohl der vielerorts gelebten "Willkommenskultur" als auch des "Kontrollverlustes" infolge der massenweisen Zuwanderung ohne sofortige behördliche Registrierung.

"Geschafft" wurde in den vergangenen fünf Jahren eine ganze Menge, von Bundes-, Landes- und kommunalen Behörden, haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie von den Geflüchteten selbst. Und doch bleibt noch viel zu tun.

Johannes Piepenbrink

Editorial

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Dima Al-Bitar Kalaji

Habe ich es geschafft?

Sollte ich bald eingebürgert sein und wählen dürfen: Werde ich es "geschafft" haben? Ich glaube nicht. Denn das bedeutet ja, dass man aufhören kann. Und ich will nicht aufhören, ich will weitermachen und mich einbringen, nicht nur als Echo, sondern als eigene Stimme.

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René Schlott

"Wir schaffen das!". Vom Entstehen und Nachleben eines Topos

Als Angela Merkel am 31. August 2015 in einer Pressekonferenz ihren wohl bekanntesten Satz aussprach, wurde ihm zunächst kaum Aufmerksamkeit zuteil. Dann aber machten die drei Worte "Wir schaffen das" rasch Karriere – unter Befürwortern wie Gegnern ihrer Flüchtlingspolitik.

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Robin Alexander

"Die Geschehnisse des Septembers 2015".
Oder: Sprachkämpfe um die Flüchtlingskrise

Während die Chronologie der sogenannten Flüchtlingskrise heute weitgehend unumstritten ist, tobt der Kampf um die politische Deutung weiter. Dabei hat sich der Konflikt von Sachfragen auf einen Streit um Semantik verlagert, der teilweise unfreiwillig komische Stilblüten treibt.

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Marion Detjen

"Wir schaffen das" oder "revolutionäres Bewusstsein"? Überlegungen zur Willkommenskultur 2015

Der "Sommer des Willkommens" 2015 hat im kollektiven Gedächtnis tiefe Spuren hinterlassen. Offenbar ist der universalistische Kern des Verfassungsstaates, wenn er sich nicht in die ethnisch-kulturell definierte Identität einschmelzen lässt, für viele kaum zumutbar.

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Ulrich Herbert, Jakob Schönhagen

Vor dem 5. September. Die "Flüchtlingskrise" 2015 im historischen Kontext

Die Entscheidung der Bundeskanzlerin, die syrischen Flüchtlinge aus Ungarn nach Deutschland reisen zu lassen, gilt als entscheidender Moment der sogenannten "Flüchtlingskrise". Wie ordnet sich der 5. September in den größeren historischen Kontext ein, und welche Lehren sind zu ziehen?

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Dietrich Thränhardt

Die Asylkrise 2015 als Verwaltungsproblem

Während Länder, Kommunen und engagierte Bürger die Flüchtlingsaufnahme organisierten, hemmte der Bearbeitungsstau beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Integration. Das Verwaltungshandeln ist von Ambivalenz zwischen Abwehr und Integration geprägt.

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Hannes Schammann

Kommunen in der Pflicht? Fluchtzuwanderung als Innovationsmotor für kommunale Integrationspolitik

Die stärksten Auswirkungen der Fluchtzuwanderung der Jahre 2015/16 zeigen sich auf der Ebene der Kommunen. Während es in vielen Städten, Kreisen und Gemeinden einen Innovationsschub für lokale Integrationspolitik gab, verharrten andere in Passivität.

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