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18.1.2008 | Von:
Belwe, Katharina

Editorial

Der Übergang vom Leben zum Tod ist schwieriger geworden. Es gilt daher über die Herausbildung einer "Kultur des Sterbens" nachzudenken.

Gesund alt werden und in Frieden zu Hause sterben - das möchten die meisten Menschen. Doch vielen ist die Erfüllung dieses Wunsches nicht vergönnt. Die gestiegene Lebenserwartung geht mit einer Zunahme nicht nur von Altersdemenz und Alzheimer, sondern auch zahlreicher anderer, chronisch-degenerativer Krankheiten einher. Von diesen blieben die Menschen in der Vergangenheit vielfach verschont, weil sie (lange) vor deren Ausbruch starben. Daher gilt es, über den schwieriger gewordenen Übergang vom Leben zum Tod und die Herausbildung einer "Kultur des Sterbens" nachzudenken.

Viele Menschen müssen heute vor dem Tod Phasen der Krankheit und des Siechtums durchlaufen: zumeist im Krankenhaus oder im Pflegeheim. Eine Alternative dazu sind Hospize und Palliativstationen, die auf der Idee vom "guten Sterben" basieren. Diese leisten Beistand und Unterstützung; Sterben soll erleichtert, die damit verbundenen Leiden sollen abgemildert werden.

Mit der Freitodhilfe, wie sie in der Schweiz durch die Organisation Exit geleistet und seit 1998 von der Organisation Dignitas auch für Ausländer angeboten wird, hat das Sterben im Hospiz oder auf der Palliativstation nichts zu tun, erst recht nicht mit aktiver Sterbehilfe, die in Belgien und in den Niederlanden für Schwerstkranke gesetzlich erlaubt ist. Unter den Mitgliedern der Organisation Dignitas, die in Deutschland verboten ist, befinden sich auch deutsche Staatsbürger. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund wird auch in Deutschland über die Legalisierung der Sterbehilfe diskutiert. Aufgrund der jüngeren deutschen Vergangenheit wird der Unterstützung des Sterbens jedoch zu Recht mit äußerster Vorsicht begegnet.