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15.6.2009 | Von:
Frank Oschmiansky
Mareike Ebach

Aktive Arbeitsmarktpolitik im Wandel

Im Zeichen der Beschäftigungskrise

Mit dem Einsetzen der Massenarbeitslosigkeit in Folge der ersten Ölpreiskrise 1973/74 gingen auch Akzentverschiebungen beim Einsatz der Arbeitsfördermaßnahmen einher. Während die Teilnehmerzahlen bei beruflichen Bildungsmaßnahmen sanken, sind in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre die bislang kaum relevanten Lohnkostenzuschüsse stark aufgewertet worden. In den Jahren 1977/78 wurde mehr als jede zwölfte Arbeitsvermittlung mit Lohnkostenzuschüssen subventioniert, während es 1973 nur jede 200. gewesen war. Aber auch hier wurde, da eine Evaluation erhebliche Mitnahme- und Verdrängungseffekte diagnostizierte,[1] schnell die Reißleine gezogen und eine Nachbeschäftigungspflicht eingeführt, der für eine Förderung in Frage kommende Personenkreis sowie die Höhe und Dauer der Förderung eingeschränkt. Erst im Jahr 1986 wurde mit der Förderung der Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit (Überbrückungsgeld) ein neues Instrument ins AFG aufgenommen (wobei es auch dieses in Ansätzen bereits im AVAVG gegeben hatte).

Fußnoten

1.
Vgl. Günther Schmid/Klaus Semlinger, Instrumente gezielter Arbeitsmarktpolitik. Kurzarbeit, Einarbeitungszuschüsse, Eingliederungsbeihilfen, Königstein/Ts. 1980.