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12.6.2009 | Von:
Stefan Hradil

Wie gehen die Deutschen mit Geld um?

Das Leben in modernen Gesellschaften ist stark davon abhängig, wie die Menschen mit Geld umgehen, wie sie darüber reden und schweigen. Einige Befunde dazu werden im Beitrag vorgestellt.

Einleitung

Geld spielt in modernen, privatwirtschaftlichen Gesellschaften eine zentrale Rolle. Jeder geht tagtäglich und selbstverständlich mit Geld um. "Es hat eine höhere Auflage als das gängigste Druckwerk, eine größere Einschaltquote als die beliebteste Sendung und eine Spannbreite über Generationen und soziale Gruppen, die ihresgleichen sucht."[1]




Wie wir mit Geld umgehen, hat Folgen: Erfolg, Zufriedenheit, vielleicht sogar Glück - obschon Geld allein ja nicht glücklich machen soll - kann der erlangen, der Geld souverän einsetzt. Wer dazu nicht in der Lage ist, wird zum Opfer seiner Lebensumstände, seines Verhaltens, mitunter auch seiner Anhäufung von Finanzmitteln. Obwohl, oder vielleicht gerade weil uns das so selbstverständlich erscheint, hält sich das sozialwissenschaftlich gesicherte Wissen darüber, wie wir mit Geld umgehen, in Grenzen. Im folgenden Beitrag sind einige dieser Bestände zusammengetragen. Der Blick richtet sich dabei auf die Einstellungen, das Handeln und das Kommunizieren der Einzelnen. Diese Perspektive wird nur dann verlassen, wenn wir übergreifende Strukturen (etwa Sparquoten) kennen müssen, um das individuelle Umgehen mit Geld zu verstehen.

Fußnoten

1.
Rainer-W. Hoffmann, Der schwierige Abschied von der D-Mark. Sozialwissenschaftliche Aspekte der Europäischen Währungsunion (EWU), WSI-Mitteilungen, 3 (1996), S. 176.