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27.1.2009 | Von:
Hans Rudolf Herren

Die Ernährungskrise - Ursachen und Empfehlungen

2007 nahm die Zahl der Hungernden zu

Zwar erfolgte in den vergangenen zwei Monaten eine Korrektur nach unten, doch wurde damit die Verteuerung der jüngsten Vergangenheit bei weitem nicht kompensiert. Nahrung ist teurer geworden. Für rund eine Milliarde Menschen ist die Entwicklung lebensbedrohlich. Eine Preissteigerung von 50 Prozent bei Lebensmitteln verteuert das Leben für eine fünfköpfige Familie, die 5 Dollar pro Tag zur Verfügung hat und davon 3 Dollar für Nahrungsmittel ausgibt, um 1,5 Dollar. Das notwendige zusätzliche Geld haben die Armen nicht. Hunger und Fehlernährung sind die Folge.

Vor der jüngsten Preisexplosion schätzte die FAO die Zahl der hungernden Menschen auf 860 Millionen. Heute sind es vermutlich 70 bis 100 Millionen mehr. Die Zahl der Menschen, die zwar knapp auf genug Kalorien kommen, aber an Mangel an Proteinen, Eisen, Jod oder Vitaminen leiden, liegt gemäß den Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei drei Milliarden.[3] Das Millenniumsziel der Staatengemeinschaft, Armut und Hunger bis zum Jahr 2015 zu halbieren (bezogen auf den Stand von 1990),[4] ist mit der jüngsten Nahrungsmittelkrise schlagartig weiter in die Ferne gerückt.

Fußnoten

3.
Vgl. David Pimentel/Anne Wilson, World Population, Agriculture, and Malnutrition, WorldWatch 2005, in: www.energybulletin.net/node/3834 (12.12. 2008).
4.
Vgl. Millenniums-Erklärung der Vereinten Nationen, Generalversammlungsresolution 55/2 vom 8.9. 2000, in: www.unric.org/html/german/millennium/
millenniumerklaerung.pdf, S. 12f. (12.12. 2008).