APUZ Dossier Bild

27.1.2009 | Von:
Hans Rudolf Herren

Die Ernährungskrise - Ursachen und Empfehlungen

Forschung neu ausrichten

Forschung und Technik waren bisher zu stark allein auf Ertragserhöhung ausgerichtet und vernachlässigten andere Aspekte wie die ökologisch negativen Auswirkungen oder die Qualität der Produkte. Auch hat man sich viel zu wenig mit der Frage befasst, inwiefern die Landwirtschaft zum Teil des Hunger- und Armutsproblems werden kann, anstatt zum Teil der Lösung. Eine nachhaltigkeitsorientierte, breit angelegte Agrarforschung mit einem Schwerpunkt auf der Bodenfruchtbarkeit ist angebracht. Die Forschung muss verstärkt in den Entwicklungsländern erfolgen und auch wieder mehr vom öffentlichen Sektor betrieben werden. Nur so ließe sich sicherstellen, dass die Errungenschaften für alle Bauern zugänglich sind. Inzwischen hat die Consultative Group on International Agricultural Reserach (CGIAR), eine Beratungsgruppe für internationale Agrarforschung, die weltweit 15 Forschungsinstitute umfasst, ihre Leitlinien den Forderungen des IAASTD- Berichts angepasst.[15] Nachhaltigkeit wurde zum Leitmotiv erklärt, zudem will die CGIAR stärker auf lokales Wissen setzen.

Fußnoten

15.
Charlotte Walser, Mit Vielfalt zu höheren Erträgen, in: Die Wochenzeitung (WOZ) vom 16.10. 2008.