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27.1.2009 | Von:
Hans Rudolf Herren

Die Ernährungskrise - Ursachen und Empfehlungen

Fairer Handel

Eine weitere Voraussetzung für eine Steigerung der Produktion sind faire Handelsbedingungen. Die Regeln des internationalen Agrarhandels sind so zu gestalten, dass auch Kleinbauern auf ihre Rechnung kommen. Die OECD-Länder müssen ihre Subventions- und Handelspolitik überdenken. Exportsubventionen untergraben die Nahrungssicherheit, weil sie die Bauern in den Entwicklungsländern unfairer Konkurrenz aussetzen und so die Produktion abwürgen. Sie müssen umgewandelt werden in Zahlungen für Ökosystemdienstleistungen. Die Liberalisierung des Agrarhandels kann für Entwicklungsländer nur positive Auswirkungen haben, wenn diese als gleichwertige Akteure betrachtet werden. Das ist zurzeit nicht der Fall. Es muss daher den Entwicklungsländern weiter erlaubt sein, Subventionen an die Bauern zu zahlen und Importtarife frei festzusetzen, bis ihre Landwirtschaft konkurrenzfähig ist. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den von Hunger bedrohten Regionen muss für jedes Land speziell geregelt werden, denn die Bedingungen sind überall anders.