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27.1.2009 | Von:
Hans Rudolf Herren

Die Ernährungskrise - Ursachen und Empfehlungen

Kleinbauern fördern

In erster Linie gilt es, die 400 Millionen Kleinbauern der Welt zu stärken. Sie sind in der Lage, die Menschen in den Entwicklungsländern zu ernähren, doch sie müssen unterstützt und dazu ermutigt werden. Die Vermittlung von Information, Technik und Können, das auch indigenes Wissen einbezieht, kann ihnen dazu verhelfen, ihre Methoden auf eine nachhaltige und multifunktionale Landwirtschaft auszurichten.

Weiter brauchen die Kleinbauern besseren Zugang zu den Märkten, was Investitionen in die Wertschöpfung erfordert. Sie benötigen Kapital für eine angepasste Mechanisierung und die Verbesserung der Böden, für Saatgüter und Düngemittel, die den lokalen Verhältnissen angepasst sind. Sie brauchen aber auch eine Absatzgarantie für ihre Produkte zu fairen Preisen. Zudem müssen die ländlichen Infrastrukturen - Straßen, Eisenbahnen, Stromversorgung - ausgebaut werden.

Die Kleinbauern ernähren nicht nur den größten Teil der Menschheit. Sie erbringen auch Ökosystemleistungen, etwa in den Bereichen Gewässerschutz, Biodiversität, CO2-Bindung oder Landschaftspflege. Diese Multifunktionalität der Landwirtschaft muss sich auch auf der Einkommensseite niederschlagen, indem diese Leistungen gerecht abgegolten werden.