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27.1.2009 | Von:
Marita Wiggerthale

Macht Handel Hunger?

Der Weg in die Krise IV: Hungerlöhne und miserable Arbeitsbedingungen

Das Wohlergehen armer Arbeiterinnen und Arbeiter hängt sehr stark vom Einkommen und von den Preisen ab. Heute gibt es 550 Millionen Menschen auf der Welt, die arbeiten, aber trotzdem mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen müssen. Diese "working poor" (arm trotz Arbeit) machen einen Anteil von 20 % an der Gesamtbeschäftigung weltweit aus.[30] Der Anteil der Frauen in unsicheren Arbeitsverhältnissen ist dabei größer als bei Männern.[31] Die Preisexplosion trifft insbesondere arme Arbeiterinnen und Arbeiter, die 60 - 70 % ihres Einkommens für Nahrungsmittel aufwenden. Angesichts der Finanzkrise sieht die International Labour Organisation (ILO) auf viele von ihnen schwierige Zeiten zukommen. Den Prognosen zufolge wird die Zahl der "working poor" steigen.[32] Viele Landarbeiterinnen und Landarbeiter gehören bereits seit langem zu den "working poor". Sie sind in vielen Ländern - beispielsweise in den Ananasplantagen in Costa Rica - nahezu permanent Pestiziden ausgesetzt und müssen bis zu zwölf Stunden am Tag für Hungerlöhne arbeiten.[33]

Fußnoten

30.
Vgl. International Labour Organisation (ILO), World Employment Report 2004 - 2005, Geneva, in: http://www.ilo.org/public/ english/employment/strat/ download/wr04c1en.pdf, S. 24 (8.12. 2008).
31.
Vgl. dies., Employment Trends for Women, Geneva 2008, S. 3.
32.
Vgl. dies., Global Wage Report 2008/09. Minimum wages and collective bargaining. Towards policy coherence, Geneva 2008, S. 60.
33.
Vgl. Oxfam Deutschland, Endstation Ladentheke. Einzelhandel - Macht - Einkauf: Unter welchen Bedingungen Ananas und Bananen produziert werden, die in Deutschland über die Ladentheke gehen, Berlin 2008, in: http://www.oxfam.de/ download/endstation_ ladentheke.pdf, S. 21 (8.12. 2008).