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23.1.2009 | Von:
Birgit Rommelspacher

Zur Emanzipation "der" muslimischen Frau

Muslimische Frauen werden "im Namen ihrer Emanzipation" von attraktiven gesellschaftlichen Positionen fern gehalten. Das Konzept der Mehrheitsgesellschaft von Emanzipation ist selbst repressiv. Widerstand gegen westliche Vorstellungen von Emanzipation kann daher emanzipatorisch sein.

Einleitung

Die Gleichstellung von Mann und Frau ist zu einem Prüfstein für die Akzeptanz des Islam in den westlichen Gesellschaften geworden. Viele sind davon überzeugt, dass Islam und Emanzipation per se nicht vereinbar seien. Ihr Urteil scheint von vornherein fest zu stehen. Welche Funktion - so ist vor diesem Hintergrund zu fragen - haben Diskussionen über die Emanzipation "der" muslimischen Frau überhaupt, wenn sie nicht der Aufklärung und gegenseitigen Verständigung dienen? Warum gibt es trotz vielfach vorgefasster Meinungen ein so anhaltendes Interesse daran? Warum weckt das Thema so starke Emotionen?






Im Folgenden sollen anhand zentraler Kontroversen wie der zu Gleichheit und Differenz im Geschlechterverhältnis und auch der zu Freiheit und Unterdrückung einige Widersprüche und Ambivalenzen aufgezeigt werden. Anschließend werden unterschiedliche Positionen der Muslime dargestellt, und schließlich wird gefragt, welche Funktion dieser Diskurs für die Mehrheitsgesellschaft haben kann.