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13.9.2010 | Von:
Uwe Britten

Kindheit in der "Dritten Welt"

Bildung

Kindern in den Dritteweltländern überhaupt zu einer Grundschulbildung zu verhelfen, ist nach wie vor eine gewaltige, ungelöste Aufgabe. Auch dort, wo Schulgebühren weitgehend abgeschafft sind, übersteigen allein die Anschaffung der Lehr- und Lernmaterialien und erst recht der in den meisten Ländern obligatorischen Schuluniform die Möglichkeiten armer Familien. Schulabbrüche aus Geldmangel sind an der Tagesordnung. Entsprechend gehört es zu den Daueranstrengungen der Vereinten Nationen, die Bildungschancen zu erhöhen und für Mädchen die Zugangshindernisse zu senken. Zweifelsohne gibt es hier Fortschritte, obwohl die UNESCO Anfang 2010 in ihrem Weltbildungsbericht herausstrich, dass immer noch rund 140 Millionen Kinder keine Schule besuchen.

Die Tabelle (Vgl. Tabelle 1 in der PDF-Version) zeigt, dass es für einen Großteil junger Menschen beim Besuch der Grundschule bleibt - und auch diese wird oft nicht abgeschlossen. So manches Kind kann auch nach vier oder sechs Schuljahren nicht gut lesen und schreiben. Nur etwa die Hälfte der Kinder in den Entwicklungsländern besucht noch eine weiterführende Schule, in der Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder lediglich ein Viertel. Hier sinkt häufig auch der Anteil der Mädchen wieder, wenn er in der Grundschule noch gleich oder manchmal sogar höher lag als der Jungenanteil und obwohl ihre Leistungen oft sogar besser sind als die der Jungen.

Die Etablierung eines kontinuierlichen Schulbesuchs gestaltet sich insbesondere in ländlichen Regionen schwierig. Schule wird oft dort attraktiver, wo sie etwa mit einem Mittagessen oder einem halben Liter Milch pro Schüler täglich verbunden ist. In einer Reihe von muslimischen Staaten gibt es zudem große Vorbehalte gegen den Schulbesuch von Mädchen.

Bildung ist auch in den Entwicklungsländern ein entscheidender Faktor für die Lebenschancen, wobei vielerorts sowohl die Ausbildung und Bezahlung von Lehrern als auch die Schulkonzepte mangelhaft bis ungenügend sind. Die UNESCO warnte zuletzt davor, dass die Raten des Schulbesuchs in vielen Ländern aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise wieder sinken könnten und spricht in diesem Fall von einer "verlorenen Generation", die ihre Defizite auch später im Leben nicht mehr würde aufholen können.


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