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4.3.2010 | Von:
Jennifer A. Yoder

Die demokratische DDR in der internationalen Arena

Aus Ostdeutschen werden Deutsche

Innerhalb erstaunlich kurzer Zeit hatte sich die Rhetorik in den USA die "Selbstbestimmung" der Deutschen als "ein Volk" zu Eigen gemacht. Den Rahmen für diesen Prozess gaben die Zwei-plus-Vier-Verhandlungen ab, die von Februar bis September 1990 dauerten. Überwältigt von Tempo und Tragweite der Ereignisse in der UdSSR und Osteuropa, akzeptierte Gorbatschow schließlich die Vereinigung zu den deutschen und westlichen Bedingungen - keine Neutralität, Mitgliedschaft des geeinten Deutschlands in der NATO. Am 15. Juli 1990 trafen sich Kohl und Gorbatschow in Stawropol und unternahmen ihren berühmten "Waldspaziergang", bei dem Gorbatschow einem geeinten Deutschland in der NATO seine Zustimmung gab.

Heute erscheint alles so einfach, so selbstverständlich, doch die freigegebenen Dokumente veranschaulichen, dass der Weg zur Vereinigung wiederholtes Innehalten erforderte und die Zeichen diplomatischen Geschickes und einer guten Portion Vertrauen aus Moskau und Washington trug. Was bei vielen Berechnungen jener Tage (besonders im Westen) fehlte, war die DDR: Eine unabhängige und demokratische DDR gab es nicht einmal im amerikanischen Reich der Fantasie.

Übersetzung aus dem Amerikanischen: Dr. Juliane Lochner, Leipzig.


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