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19.2.2010 | Von:
Öztürk, Asiye

Editorial

Im Nahost-Konflikt erschweren asymmetrische Machtverhältnisse und die gesellschaftliche Polarisierung auf beiden Seiten eine Zwei-Staaten-Lösung. Hinzu kommt, dass der israelisch-palästinensische Kernkonflikt von weiteren Konfliktdimensionen überlagert wird.

Mit dem Amtsantritt des US-Präsidenten Barack Obama Anfang des Jahres 2009 stiegen auch die Erwartungen und Hoffnungen auf Fortschritte im Nahost-Konflikt. Doch dessen Komplexität setzte Obamas Engagement enge Grenzen. Eine von allen Beteiligten akzeptierte Beilegung wird nur erreicht werden können, wenn die Konfliktparteien ihre Interessen ausreichend gewahrt sehen. Es gilt, das Sicherheitsbedürfnis Israels in Einklang zu bringen mit dem Bedürfnis der Palästinenser nach dem Aufbau einer funktionierenden Staatlichkeit und nationaler Identität.

Asymmetrische Machtverhältnisse und die gesellschaftliche Polarisierung auf beiden Seiten erschweren eine Zwei-Staaten-Lösung: Der innerpalästinensischen Fragmentierung in Fatah-dominierte Westbank und Hamas-kontrollierten Gazastreifen steht ein zunehmend konservativer Zeitgeist in Israel gegenüber, der das "Friedenslager" des Landes marginalisiert. Hinzu kommt, dass der israelisch-palästinensische Kernkonflikt von weiteren Konfliktdimensionen überlagert wird. Dazu zählen Territorialdispute wie zwischen Syrien und Israel um die Golanhöhen und Auseinandersetzungen zwischen Israel und weiteren nahöstlichen Akteuren wie der libanesischen Hisbollah und dem Iran.

Sämtliche Konfliktstrukturen sind eng miteinander verknüpft und werden sich nur lösen lassen, wenn der Konflikt in seiner gesamten Komplexität verstanden und bearbeitet wird. Ein wichtiger Ansatz könnte sein, Räume für die Begegnung und den Austausch zwischen Israelis und Palästinensern zu schaffen, um dazu beizutragen, dass Vorurteile abgebaut und die Bedürfnisse und Ängste des "Anderen" erkannt und anerkannt werden.


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