APUZ Dossier Bild

8.2.2010 | Von:
Horst Entorf

Strafvollzug oder Haftvermeidung - was rechnet sich?

Fazit

Der vorliegende Artikel veranschaulicht, wie Kosten und Nutzen des Strafvollzugs bewertet können, und es zeigt sich, dass sich Strafvollzug "im Durchschnitt" lohnt. Die Ausführungen offenbaren aber auch, dass für eine detaillierte und auf langfristige Betrachtung angelegte Kosten-Nutzen-Analyse in Deutschland viele Angaben fehlen. So sind keine verlässlichen Langfrist-Daten zur Wirkung der individuellen Resozialisierungsmaßnahmen vorhanden; es gibt nicht einmal bundeslandspezifische Rückfallquoten, aus denen man ablesen könnte, ob bestimmte Strategien der Kriminalitätsbekämpfung erfolgreicher sind als andere. Auch umfangreiche Opferstudien nach internationalem Vorbild fehlen.

Unabhängig von der derzeit noch unbefriedigenden Datenlage sollte es aber vor allem darum gehen, dass tatsächlich ein im gesellschaftlichen Sinne rationales Handeln zur Maxime der Kriminalpolitik avanciert, auch und gerade durch eine optimierte Gestaltung des Strafvollzugs. Diese verlangt eine Abwägung des Nutzens in Form von verhinderter Kriminalität und der Kosten für Sicherung und Resozialisierung. Dieser Artikel zeigt, dass eine ökonomisch orientierte Sichtweise dabei hilft, die dafür notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Opferleid, insbesondere durch Gewaltstraftaten, erfährt auf diese Weise eine stärkere Beachtung, als dies bei konventioneller Betrachtung der Kriminalität der Fall ist.


Dossier

Menschenrechte

Auf der Flucht vor Zwangsheirat, hinter Gittern wegen der "falschen" Meinung, in der Textilfabrik von Kindesbeinen an: Auch 70 Jahre nach Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte ist die Frage nach Freiheit und Würde des Menschen aktuell. Sind Menschenrechte universell? Wer verfolgt Verstöße gegen Menschenrechte? Und wie sieht die Situation in verschiedenen Regionen aus?

Mehr lesen