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9.5.2011 | Von:
Eckhard Nagel
Kathrin Alber
Birgitta Bayerl

Transplantationsmedizin zwischen Fortschritt und Organknappheit. Geschichte und aktuelle Fragen der Organspende

Zukünftige Entwicklungen

Man könnte heute konstatieren, dass die Transplantationsmedizin von ihrem eigenen Erfolg eingeholt wird. Die Weiterentwicklung chirurgischer und immunsupprimierender Verfahren hat eine Ausweitung der Indikationen und des potenziellen Empfängerkreises ermöglicht und so auch zum Entstehen langer Wartelisten für ein Spenderorgan beigetragen. Gleichzeitig schwingt in der Debatte über die Organtransplantation und bei Fragen der Regelung der Organspende häufig Misstrauen mit. Der Deutsche Ärztetag hat bereits im Jahr 2007 darauf hingewiesen, dass Organspende und Organtransplantation Themen sind, die alle Ärztinnen und Ärzte betreffen, und dass die innerärztliche Kooperationsbereitschaft auf diesem Gebiet weiter ausgebaut werden muss.

Bestrebungen für eine Vereinheitlichung des Transplantationsrechts auf europäischer Ebene, die derzeit diskutiert wird, sind dann abzulehnen, wenn dabei deutsche Standards nicht eingehalten werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass in Bezug auf das Thema Organspende das Misstrauen in der Bevölkerung verstärkt werden könnte. Außerdem ist unter allen Umständen zu vermeiden, dass die Errungenschaften einer transparenten, in ihren Abläufen detailliert geregelten Transplantationsmedizin beschädigt werden. Insofern erscheint die ausschließliche Fokussierung der aktuellen Debatte auf die Frage Zustimmungs- versus Widerspruchslösung, wenngleich sie auch wichtig ist, nicht ausreichend. Vielmehr müssen die verschiedenen medizinischen, ethischen und rechtlichen Fragestellungen in der Transplantationsmedizin im interdisziplinären Diskurs betrachtet werden.


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