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24.11.2011 | Von:
Heiko Biehl
Bastian Giegerich
Alexandra Jonas

Aussetzung der Wehrpflicht. Erfahrungen und Lehren westlicher Partnerstaaten

Fazit und Ausblick

Viele verbündete Staaten verfügen über langjährige Erfahrungen mit Freiwilligenarmeen. Diese sind keineswegs so eindeutig, wie sich dies in Stereotypen und Vorurteilen hierzulande zuweilen darstellt. Vielmehr gilt es festzuhalten, dass mit dem Übergang von Wehrpflicht- zu Freiwilligenarmeen Dynamiken entstehen, die Anpassungen in der Personalgewinnung, der Einbindung der Streitkräfte in die Gesellschaft und der sicherheitspolitischen Rolle des Militärs erfordern.

Mit den richtigen Mitteln und Instrumenten ist es durchaus möglich, angemessen qualifiziertes Personal in ausreichender Zahl für die Freiwilligenarmee Bundeswehr zu gewinnen und deren Einbindung in die bundesdeutsche Gesellschaft sowie einen verantwortungsvollen sicherheitspolitischen Umgang zu gewährleisten. Um diese Ziele zu erreichen, sollte die Bundeswehr in den nächsten Jahren erstens ihre (Aus-)Bildungsangebote ausbauen, um so für bildungsbewusste Bürgerinnen und Bürger als Arbeitgeber attraktiv zu sein. Sie sollte zweitens durch ein gesteigertes Maß an Transparenz neue Einblicke und Einsichten in die Realität der Streitkräfte und des Soldatenberufes zulassen und so Interesse, Unterstützung und Empathie der Bevölkerung stärken. Drittens garantieren die Beibehaltung der Inneren Führung, der Status als Parlamentsarmee sowie die konsequente multilaterale Ausrichtung auf die Zusammenarbeit im transatlantischen und europäischen Rahmen einen verantwortungsbewussten Umgang mit militärischen Mitteln. An diesen Traditionen und den Erfahrungen anderer Länder sollte sich die Freiwilligenarmee Bundeswehr künftig orientieren.

Die hier vorgetragenen Ansichten und Meinungen sind ausschließlich diejenigen der Autoren und geben nicht notwendigerweise die Sicht oder Auffassung des Bundesministeriums der Verteidigung wieder.