APUZ Dossier Bild

10.11.2011 | Von:
Konrad Kleinknecht

Abkehr vom Klimaschutz?

Vom "Vorreiter" zum Nachzügler

Die Bundesregierung betrachtete sich bisher als Vorreiter der Klimapolitik. Nun wird sie von der Realität eingeholt: Durch die Energiewende werden die CO2-Emissionen in zehn Jahren voraussichtlich um 90 Millionen Tonnen pro Jahr höher sein als heute. Dieser Anstieg kann durch die Klimaschutzmaßnahmen in anderen Sektoren höchstens zu einem Drittel kompensiert werden. Deutschland steigert seine Emissionen und bleibt der größte CO2-Emittent Europas, sowohl nach dem absoluten Betrag wie nach den Emissionen pro Einwohner. Die Klimaziele innerhalb der EU sind so nicht erreichbar.

Deutschland reiht sich damit als Nachzügler in die Liste der Länder ein, die keine verbindlichen Ziele zur Reduktion der Treibhausgase akzeptieren und keinem Folgeabkommen zum Kyoto-Protokoll ab 2013 beitreten werden: China, USA, Russland, Indien, Japan und Kanada.

Nicht nur das Klimaproblem, sondern viele andere Fragen werden durch die deutsche Energiewende neu aufgeworfen und sind ungelöst: Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit, Auswirkungen auf Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit. Sie harren einer realitätsnahen Antwort.


Dossier

Energiepolitik

Die Energiewende stellt Deutschland vor große Herausforderungen. Schrittweise sollen Atomenergie und fossile Kraftstoffe durch erneuerbare Energie ersetzt werden. Dazu sind riesige Investitionen erforderlich. Gleichzeitig befindet sich der globale Energiemarkt im Umbruch: Während in Europa schrittweise mehr Wettbewerb eingeführt wird, konzentriert sich die Kontrolle über die weltweiten Öl- und Gasreserven zunehmend in der Hand von wenigen Staatsfirmen. Das Dossier ist Bestandsaufnahme der aktuellen Energiemärkte und bietet einen Ausblick auf Chancen und Risiken zukünftiger Energiepolitik.

Mehr lesen