In einem Labor der Gewebebank des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums Adipositaserkranungen (IFL) an der Universität Leipzig beobachtet Tierpflegerin Eva Böge eine adipöse Maus mit einem Gewicht von 52 Gramm (l) und eine normale Maus mit 20 Gramm, aufgenommen am 06.01.2012. Die Labormäuse gehören zu einem großen Forschungsprogramm der Wissenschaftler am IFL, die hier unter anderem auch auf der Suche nach der ultimativen Schlankheitspille ohne Nebenwirkungen sind. Helfen sollen dabei Untersuchungen des Fettgewebes von adipösen Patienten und bei Tieren. In einer bundesweiten Gewebebank, die gegenwärtig weiter ausgebaut wird, lagert bereits Material von rund 800 Patienten. Foto: Waltraud Grubitzsch dpa/lsn (zu dpa-Korr vom 08.01.2012)

14.2.2012 | Von:
Kathrin Voss

Kontrovers und sexy - Kampagnen der Tierrechtsorganisation PETA

Tierrecht - nicht Tierschutz

PETA versteht sich als Tierrechtsorganisation und beschreibt die Leitidee wie folgt: "PETA handelt nach dem einfachen Prinzip, dass wir Menschen nicht das Recht haben, Tiere in irgendeiner Form auszubeuten, zu misshandeln oder zu verwerten."[6] Die Organisation wurde 1980 in den USA gegründet. Daneben gibt es PETA in weiteren Ländern, seit 1994 auch in Deutschland. PETA selbst bezeichnet sich als weltweit größte Tierrechtsorganisation, wobei klassische Tierschutzorganisationen zum Teil deutlich mehr Unterstützer haben.[7] Während sich allerdings Tierschutzorganisationen in erster Linie für eine Verbesserung der Lebensumstände von Tieren engagieren, sind Tierrechtsorganisationen wie PETA generell gegen die Nutzung von Tieren. Nutz- und Haustiere stehen aber bei beiden Organisationstypen im Fokus. Wildtiere hingegen werden meist bewusst nicht mit einbezogen. PETA distanziert sich ausdrücklich vom Thema Artenschutz.[8] Trotzdem gibt es durchaus Überschneidungen mit Umwelt- und Naturschutzorganisationen, denn auch Organisationen wie Greenpeace oder der BUND beschäftigen sich mit Nutztieren. Allerdings konzentrieren sich diese NGOs eher auf die Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft und der Massentierhaltung auf Mensch und Umwelt. Überschneidungen gibt es in diesem Bereich auch zu einigen Verbraucherschutzorganisationen, wie zum Beispiel Foodwatch. Aber auch hier steht der Mensch im Mittelpunkt, das Wohl der Tiere ist nur eine sekundäre Argumentationslinie. Bei PETA und anderen Tierrechtsorganisationen hingegen liegt das Hauptaugenmerk auf dem Tier, auch wenn vereinzelt andere Argumente verwendet werden.[9]

Fußnoten

6.
Online: www.peta.de/web/home.cfm?p=33 (9.1. 2012).
7.
PETA gibt an, weltweit über drei Millionen Unterstützer zu haben; Angaben zur Mitgliederzahl in Deutschland werden nicht gemacht. Im Vergleich dazu hat die Humane Society of the United States elf Millionen Mitglieder, der Deutsche Tierschutzbund 800000 Mitglieder. Vgl. online: www.peta.de, www.humanesociety.org, www.tierschutzbund.de (9.1.2012).
8.
Vgl. Interview mit Harald Ullmann, 2. Vorsitzender PETA Deutschland, in: Der Spiegel, Nr. 31 vom 30.7.2001, S. 160.
9.
Vgl. Karl-Werner Brand, Umweltbewegung (inkl. Tierschutz), in: Roland Roth/Dieter Rucht (Hrsg.), Die Sozialen Bewegungen in Deutschland seit 1945. Ein Handbuch, Frankfurt/M. 2008, S. 232f.

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