In einem Labor der Gewebebank des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums Adipositaserkranungen (IFL) an der Universität Leipzig beobachtet Tierpflegerin Eva Böge eine adipöse Maus mit einem Gewicht von 52 Gramm (l) und eine normale Maus mit 20 Gramm, aufgenommen am 06.01.2012. Die Labormäuse gehören zu einem großen Forschungsprogramm der Wissenschaftler am IFL, die hier unter anderem auch auf der Suche nach der ultimativen Schlankheitspille ohne Nebenwirkungen sind. Helfen sollen dabei Untersuchungen des Fettgewebes von adipösen Patienten und bei Tieren. In einer bundesweiten Gewebebank, die gegenwärtig weiter ausgebaut wird, lagert bereits Material von rund 800 Patienten. Foto: Waltraud Grubitzsch dpa/lsn (zu dpa-Korr vom 08.01.2012)

14.2.2012 | Von:
Kathrin Voss

Kontrovers und sexy - Kampagnen der Tierrechtsorganisation PETA

Für jede Zielgruppe ein Angebot

Mit der Mischung aus konfrontativen und lifestyleorientieren Kampagnen hat sich PETA ganz unterschiedliche Zielgruppen erschlossen. Wie kaum eine andere NGO schafft es die Tierrechtsorganisation, mit speziellen Angeboten ganz unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen. Fast zu jedem Themenfeld gibt es eigene Websites. Spezielle Zielgruppen haben ebenfalls eigene Internetportale, so zum Beispiel Menschen über 50. Dort werden Themen wie vegane Ernährung, Gesundheit und Haustiere behandelt.[24] Schockierende Bilder oder Anzeigenmotive mit halb nackten Frauen sind dort nicht zu finden.

Besonders viele Angebote richten sich an Kinder und Jugendliche. In den USA gibt PETA ein eigenes Magazin für Jugendliche heraus, das die PETA-Themen geschickt mit Teenager-Themen vermischt. Hinzu kommt spezielles Info-Material für Kinder und Jugendliche und auch der PETA-Onlineshop hat eigene Angebote für Kinder. Extra für die jugendliche Zielgruppe wurde das Internetportal PETA2 mit eigener Online-Community geschaffen.[25] Die Organisation setzt dabei bewusst auf Markenbildung und Lifestyle-Angebote und orientiert sich an dem, was Jugendliche interessiert.[26] Ein besonderes Angebot sind die sogenannten Streetteams, die sich regelmäßig treffen, sich über PETA2 vernetzen und gemeinsam Aktionen planen und umsetzen, wie das Verteilen von Info-Material, Demonstrationen oder das Einstellen von PETA-Material auf Social-Web-Plattformen. Dafür gibt es ein Belohnungssystem, das motivieren soll, durch bestimmte Aktionen Punkte zu sammeln, die dann im PETA-Shop eingelöst werden können.[27]

Fußnoten

24.
Vgl. www.peta50plus.de (9.1.2012), in den USA http://prime.peta.org (9.1.2012).
25.
Vgl. online: www.peta2.de (9.1.2012), in den USA www.peta2.com (9.1.2012).
26.
Vgl. Annegret März, Einbinden/Identität stiften: Virtualisierte kollektive Identität und Gemeinschaft in: Sigrid Baringhorst et al. (Hrsg.), Unternehmerische Kampagnen. Politischer Protest im Zeichen digitaler Kommunikation, Wiesbaden 2010, S. 194.
27.
Vgl. dies., Mobilisieren: Partizipation - vom 'klassischen Aktivismus' zum Cyberprotest, in: S. Baringhorst (Anm. 26), S. 248

Dossier

Umwelt

Die Umwelt stellt uns Lebensgrundlagen und Rohstoffe zur Verfügung, die wir pflegen und erhalten sollten. Doch es fällt schwer, klare Grenzen zu ziehen: Wo nutzt der Mensch die Natur? Und wo zerstört er sie dauerhaft?

Mehr lesen

Schriftenreihe (Bd. 10450)

Haben Tiere Rechte?

Angesichts eines gewachsenen Verantwortungsbewusstseins gegenüber (Nutz-)Tieren beschäftigt sich das Buch aus interdisziplinärer Sicht mit unterschiedlichen Aspekten des gesellschaftlichen Mensch-Tier-Verhältnisses. Es enthält Analysen, beschreibt Herausforderungen und eröffnet neue Perspektiven.

Mehr lesen