Megafon

26.1.2012 | Von:
Paula Diehl

Populismus und Massenmedien

"Don't cry for me Argentina": Pop und Politik

Eva Peron ist ohne Zweifel das, was man einen medialen Mythos nennen kann. Der Soundtrack "Evita" aus dem Jahr 1976 ist in allen Musikläden erhältlich, und das Hauptlied "Don't cry for me Argentina" hat inzwischen zahlreiche Interpreten gefunden. Doch der Kult um "Evita" (alias Maria Eva Duarte) hat nicht nur mit ihrer politischen Rolle im peronistischen Argentinien zu tun, sondern ist eng mit ihrer Selbstinszenierung verknüpft. Denn "Evitas" Kommunikationsstil, Körpersprache und Imagekonstruktion waren auf die massenmedialen Aufmerksamkeitsregeln zugespitzt. Die Ehefrau von Juan Domingo Peron bedachte von Anfang an das massenmediale Publikum, vor allem des Radios, in ihrer Inszenierung. Darin liegt die Innovation ihres politischen Stils.

Andererseits war ihrem Kommunikationsstil eine populistische Logik eingeschrieben, nach der "Evita" sich als genuine Vertreterin des Volks und aus dem Volk präsentierte. Populistische Politiker von Hugo Chávez in Venezuela bis Jörg Haider in Österreich folgen beziehungsweise folgten dieser Logik: Sie stellen sich als die natürlichen Leader dar und begründen ihre Rolle mit einer besonders engen Verbindung zum Volk. Damit ist eine bestimmte Art der Inszenierung und der Diskursproduktion verknüpft, bei welcher der Ursprung aus dem Volk eines der wichtigsten Legitimierungselemente für die eigene Führungsposition darstellt. Dabei ist es unwichtig, ob sie tatsächlich aus populären Schichten stammen. Von Bedeutung ist eine direkte Identifikation mit dem Leader als Teil des Volkes - ein grundlegendes Element der populistischen Logik.

Wie ist die populistische Logik zu verstehen, und was macht die massenmedialen Aufmerksamkeitsregeln aus? Welche sind die gemeinsamen Elemente von Massenmedien und Populismus?