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Deine tägliche Dosis Politik - Archiv

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Jeden Morgen schicken wir Dir kurze Erklärtexte zu Begriffen aus Politik und Geschichte, Hinweise auf interessante bpb-Angebote und Hintergrundinfos zu aktuellen Themen und Debatten. Hier findest Du die letzten veröffentlichten Beiträge und unser Archiv.

Hier die Nachricht von heute:

01.04.2021: Aprilscherze

Guten Morgen!
April, April! Oder lieber doch nicht? Woher kommt der Aprilscherz eigentlich? Und sollte man sich den Spaß derzeit lieber verkneifen?

Ursprung
  • Aprilscherze haben eine lange Tradition, ihr Ursprung ist aber nicht eindeutig geklärt.
  • Die Redensart "Jemanden in den April schicken" findet sich erstmals in einer aus Bayern stammenden Quelle aus dem Jahr 1618. Andere Geschichten sehen die Entstehung in Frankreich oder sogar in der Zeit der Römer.
  • Gescherzt wird weltweit: In Frankreich und Italien kleben sich die Menschen heimlich gegenseitig lustige Zettel auf den Rücken. In Kanada feiert man den "April Fool's Day".
Aprilscherze = Fake News?
  • Sprachsoziolog/-innen der Lancaster University (GB) haben durch die Analyse von Aprilscherzen einen Algorithmus entwickelt, der mit 65-prozentiger Wahrscheinlichkeit Falschnachrichten erkennt.
  • Denn: Aprilscherze nutzen die gleichen rhetorischen Mechanismen wie Fake-News.
  • Einige sehen insbesondere Aprilscherze in den Medien kritisch, da sie das Misstrauen gegenüber diesen und den durch sie verbreiteten Informationen verstärken können.
April, April und Covid19
  • Angesichts von Covid19 verzichten viele Unternehmen wie Google oder Microsoft auf ihre traditionellen Aprilscherze.
  • "Corona ist kein Scherz", betont auch das Bundesgesundheitsministerium und mahnt, dass erfundene Geschichten und Aprilscherze zu Corona zur Verunsicherung beitragen könnten.
Wie Du Fake-News oder auch Aprilscherze erkennst, erfährst Du übrigens hier:
https://kurz.bpb.de/dtdp872

Kein Aprilscherz: Wir verabschieden uns in die Osterferien und wünschen Dir Frohe Ostern! Am 12. April sind wir wieder zurück!

Viele Grüße
Deine bpb Online-Redaktion

Hier die letzten fünf DTDP-Nachrichten:

31.03.2021: Tod George Floyds, Prozessbeginn

Guten Morgen!
Der Tod George Floyds im vergangenen Jahr führte weltweit zu Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus. In den USA hat nun der Prozess gegen den verantwortlichen Polizisten begonnen.

Rückblick
  • Am 25. Mai 2020 nehmen Polizeibeamte Floyd wegen des Verdachts fest, mit einem gefälschten 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben.
  • Bei seiner Verhaftung kniet der weiße Polizist Derek Chauvin minutenlang auf seinem Nacken – obwohl Floyd mehrmals ruft, dass er keine Luft mehr bekommt und schließlich ohnmächtig wird.
  • Floyd verstirbt auf dem Weg ins Krankenhaus. Chauvin wird vom Dienst suspendiert, Tage später verhaftet und wegen Mord und Totschlag angeklagt.
Reaktionen
  • In vielen US-Städten protestierten daraufhin monatelang tausende Menschen gegen rassistisch motivierte Polizeigewalt.
  • Weltweit schlossen sich Menschen der Black-Lives-Matter-Bewegung an und gingen gegen Rassismus auf die Straße.
  • Auch in D. führte der Tod Floyds zu einer öffentlichen Auseinandersetzung mit Polizeigewalt und Rassismus.
Der Prozess
  • Chauvin ist wegen Mordes verschiedener Grade und Totschlags angeklagt. Die Staatsanwaltschaft will den Nachweis erbringen, dass Chauvin sowohl unverhältnismäßig, als auch mit Vorsatz gehandelt habe.
  • Die Verteidigung sieht Floyds Tod dagegen als Folge einer Verkettung unglücklicher Umstände, u.a. weil er an Vorerkrankungen wie Bluthochdruck und Herz-Kreislaufproblemen gelitten habe soll.
  • Ob Chauvin freigesprochen wird, oder ihm bis zu 40 Jahre Haft drohen, entscheiden die Geschworenen in den nächsten Wochen.
Wie auch die Polizeiausbildung in den USA Polizeigewalt begünstigt, liest du hier:
https://kurz.bpb.de/dtdp871

Viele Grüße
Deine bpb Online-Redaktion

30.03.2021: Suezkanal

Satellitenaufnahme des Suezkanals in ÄgyptenDer Suezkanal in Ägypten (© NASA Visible Earth, 2003 / Jacques Descloitres MODIS Rapid Response Team / NASA / GSFC)

Guten Morgen!
Seit einer Woche blockiert das auf Grund gelaufene Containerschiff "Ever Given" den Suezkanal. Gestern gelang es, Teile des Frachters freizulegen. Noch hält jedoch die Blockade an.

Der Suezkanal…
  • … ist ein fast 200 km langer Schifffahrtskanal in Ägypten. Er verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer – und damit den Atlantik und den Indischen Ozean.
  • Der Kanal wurde von 1859 bis 1869 erbaut und war das größte Bauprojekt seiner Zeit.
  • Mit ihm wurde der Warentransport von Asien nach Europa um etwa 7.000 km verkürzt. Zuvor mussten Schiffe ganz Afrika umfahren.
Wirtschaftliche Bedeutung
  • Mehr als ein Zehntel der weltweit gehandelten Waren läuft heute durch den Kanal – und das Frachtaufkommen wächst (2000: unter 400 Mio. Tonnen; 2019: 1,2 Mrd. Tonnen).
  • Dutzende Containerschiffe – wie die 400 m lange und mit rund 20.000 Containern beladene "Ever Given" – passieren täglich den Kanal.
  • Durch die Blockade warten hunderte Schiffe seit mehreren Tagen auf ihre Weiterfahrt. Der Stillstand soll täglich mehrere Milliarden US-Dollar kosten.
Schifffahrtskanäle weltweit
  • Die Bedeutung von Schifffahrtskanälen für die vernetzte Weltwirtschaft ist also enorm – auch für Lieferketten nach Europa und Deutschland.
  • Ähnlich wichtig wie der Suezkanal ist z.B. der Panamakanal in Mittelamerika. Er verbindet den Pazifischen mit dem Atlantischen Ozean und erspart Schiffen den langen Weg rund um die Spitze Südamerikas.
  • Auch in Deutschland gibt es mit dem Nord-Ostsee-Kanal in Schleswig-Holstein eine Abkürzung, die jährlich ca. 30.000 Schiffe nutzen.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Suezkanals hat auch zu politischen Konflikten geführt – wie 1956 in der Suezkrise.
Worum es damals ging, erfährst du hier:
https://kurz.bpb.de/dtdp870

Viele Grüße
Deine bpb Online-Redaktion

29.03.2021: Zeitumstellung

Guten Morgen!
Heute noch ganz müde? Kein Wunder: Gestern wurden die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. Warum eigentlich? Und sollte die Zeitumstellung nicht abgeschafft werden?

Hintergrund
  • Erstmals wurden die Uhren 1916 umgestellt, mitten im Ersten Weltkrieg. Das Deutsche Kaiserreich führte die Sommerzeit ein, um u.a. weniger Energie für Beleuchtung zu verbrauchen – und mehr für die kriegsrelevante Industrie zur Verfügung zu haben.
  • Nach Kriegsende wurde sie abgeschafft – und im Zweiten Weltkrieg wieder eingeführt (bis 1950). Die Sommerzeit wie wir sie kennen gilt seit 1980 – wieder eingeführt als Reaktion auf die Ölkrise der 70er-Jahre.
Abschaffung?
  • Expert/-innen argumentieren, die Zeitumstellung sei körperlich anstrengend und bringe auch z.B. die Tiere in der Landwirtschaft durcheinander. (Melkzeiten) Befürworter/-innen sagen, die längeren Sommertage seien gut gegen Depressionen und die Zeitumstellung spare Energie – ob dies zutrifft, ist jedoch umstritten.
  • 2018 hatte sich eine Mehrheit der befragten EU-Bürger/-innen für die Aufhebung der Sommerzeit ausgesprochen, 2019 stimmte auch das EU-Parlament für eine Abschaffung.
Woran scheitert's?
  • Zwischen den EU-Staaten ist die Zeitumstellung umstritten: Einige südeuropäische Länder profitieren von längeren Tagen im Sommer (Tourismus) und sind an einer Abschaffung gar nicht interessiert.
  • Auch die befürwortenden Staaten sind sich uneinig, ob danach die Sommerzeit oder die normale Mitteleuropäische Zeit (MEZ) gelten soll.
  • Die EU möchte jedoch einen Flickenteppich an verschiedenen Regelungen verhindern, um etwa Reisen und Güterverkehr nicht unnötig zu erschweren.
Eine schnelle Lösung ist also nicht in Sicht. Mehr zum Thema findest Du hier:
https://kurz.bpb.de/dtdp869

Viele Grüße
Deine bpb Online-Redaktion

26.03.2021: Corona-Impfungen

Guten Morgen,
es gibt viel Kritik am Tempo der Corona-Impfungen in Deutschland. Warum impfen andere Länder schneller? Was zeigt der internationale Vergleich?

International
  • An der Spitze in Sachen Impfquote steht Israel mit über 50 % vollständig, also zweifach, Geimpften – darauf folgen u.a. die Vereinigten Arabischen Emirate, Chile und die USA. D. liegt bei 4,3 %.
  • In den USA werden derzeit 2,5 Mio. Impfungen pro Tag verabreicht. Ihnen steht mehr Impfstoff zur Verfügung, da sie große Mengen selbst produzieren und nicht exportieren.
  • Hinzu kommt: In Israel und den USA wird sehr flexibel geimpft: mobile Einheiten, Drive-ins oder Impfen am Arbeitsplatz. Zudem wird die Impfreihenfolge nicht zu strikt eingehalten – überzählige Impfdosen werden schnell weitergegeben.
EU-Staaten
  • Die EU-Länder liegen bei der Impfquote etwa gleichauf: Auf Platz 1 steht bis jetzt Dänemark mit 5,7% vollständig Geimpften.
  • In Dänemark werden aus einer Ampulle mehr Impfdosen entnommen als in Deutschland. Zudem sind die Patientendaten dort digitalisiert: die Behörden können die Terminvergabe besser steuern.
Wie geht’s weiter?
  • Die EU-Kommission hat die Regeln für den Export von Impfstoffen verschärft. Zukünftig dürfen EU-Staaten die Ausfuhr stoppen, wenn das Empfängerland selbst keine Exporte in die EU zulässt.
  • 4 verschiedene Impfstoffe sind derzeit auf dem Markt, 5 weitere stehen kurz davor.
  • Bis Ende April rechnet die Bundesregierung mit der Lieferung von bis zu 15 Mio. Impfdosen.
Oft vergessen
  • Da sich die wohlhabenden Länder die ersten Lieferungen gesichert haben, konnten viele ärmere Länder bisher kaum impfen.
  • Im afrikanischen Gabun zum Beispiel wurden erst 17 Impfungen gemeldet.
  • Zwei Drittel der Weltbevölkerung müssen auf eine Impfung voraussichtlich noch bis zu drei Jahre warten.
Mehr zu aktuellen Impfzahlen in Deutschland erfährst Du hier:
https://impfdashboard.de/

Viele Grüße
Deine bpb Online-Redaktion

25.03.2021: Bundesfreiwilligendienst

Guten Morgen!
Frühstück für wohnungslose Menschen vorbereiten, Wanderwege im Nationalpark in Stand halten oder einen Tanzworkshop für geflüchtete Kinder anbieten: Seit 10 Jahren leisten Bufdis an vielen Stellen wichtige Arbeit für die Gesellschaft.

Wer sind "Bufdis"?
  • So werden die fast 40.000 Frauen und Männer genannt, die derzeit einen Bundesfreiwilligendienst leisten – z. B. in sozialen oder kulturellen Einrichtungen, im Sport oder im Naturschutz.
  • Ihr Einsatz dauert 6 bis 18 Monate und wird mit einem "Taschengeld" vergütet (derzeit max. 426 Euro). Außerdem werden je nach Dienststelle die Kosten für Unterbringung, Verpflegung und eine pädagogische Begleitung übernommen.
  • Grundsätzlich können alle Bürger/-innen Bufdi werden, sobald sie die Pflichtschulzeit (9. Schuljahr) abgeschlossen haben. Eine Altersgrenze gibt es nicht – Trotzdem sind rund drei Viertel der Bufdis unter 27 Jahre alt.
Bufdis statt Zivis
  • 2011 wurde mit der Aussetzung der Wehrpflicht auch der Zivildienst abgeschafft. Am 24. März 2011 beschloss der Bundestag das Bundesfreiwilligengesetz.
  • Die Bufdis sollten ab Juli 2011 zum Teil die Lücke füllen, die der Wegfall von zuletzt 80.000 Zivis in Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen Einrichtungen hinterlassen hatte.
  • Bereits 2012 waren alle 35.000 geplanten Stellen besetzt. Seitdem sind durchschnittlich 40.000 Bufdis pro Jahr im Einsatz.
Ein Erfolgsmodell?
  • Viele Jüngere nutzen den Bundesfreiwilligendienst, um die Zeit zwischen Schule und Ausbildung/Studium sinnvoll zu überbrücken. Ältere sehen den Dienst z. B. als sinnstiftende Aufgabe im Ruhestand an.
  • Rund ein Drittel der Bufdis bricht den Dienst aber vorzeitig ab. Als Gründe werden u. a. Unterforderung oder die vergleichsweise geringe Bezahlung angegeben.
  • Kritiker/-innen befürchten, dass manche Dienststellen Bufdis beschäftigen, um Geld zu sparen. Eigentlich sollen die Freiwilligen ergänzende Aufgaben verrichten – und keine hauptamtlichen Arbeitskräfte ersetzen.
Mehr zum Bundesfreiwilligendienst kannst Du hier nachlesen:
https://kurz.bpb.de/dtdp867

Viele Grüße
Deine bpb Online-Redaktion

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