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April 2018

24.04.2018: Vor 44 Jahren: Verhaftung von Kanzleramtsspion Günter Guillaume

Guten Morgen!

Spione sind durchtrainiert, fahren Sportwagen und trinken Martini? Nicht unbedingt. Der heute vor 44 Jahren verhaftete Günter Guillaume fällt eher in die Kategorie "unscheinbarer Mann mit Brille" und sorgte dennoch 1974 für den spektakulärsten Spionagefall der Bundesrepublik. Was war passiert?
  • Guillaume siedelte 1956 im Auftrag der DDR-Staatssicherheit in die Bundesrepublik über und trat dort der SPD bei.
  • Seit 1972 arbeitete er als persönlicher Referent für Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) und hatte Zugang zu vertraulichen Akten und dem Privatleben des Kanzlers.
  • Die westdeutschen Nachrichtendienste schöpften bereits Monate vor Guillaumes Enttarnung Verdacht – Brandt jedoch zweifelte an den Anschuldigungen.
  • Bei seiner Verhaftung gab Guillaume sofort an, für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR (MfS) zu arbeiten.
Was waren die Folgen?
  • Bundeskanzler Willy Brandt trat zurück, sein Nachfolger wurde der damalige Finanzminister Helmut Schmidt (SPD).
  • Guillaume und seine ebenfalls für das MfS tätige Frau Christel wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, kamen vorzeitig frei und kehrten 1981 im Austausch für West-Spione in die DDR zurück.
  • Trotz des Skandals hielt die Bundesregierung an der von Willy Brandt angestoßenen Entspannungspolitik fest: Im Juni 1974 öffneten in beiden deutschen Staaten gegenseitige Ständige Vertretungen (Botschaften).
Überhaupt war 1974 so einiges los! Mehr erfährst du im Video:
kurz.bpb.de/dtdp185

Deine bpb Online-Redaktion

30.04.2018



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