Koffer

1.6.2013 | Von:
Thorsten Nieberg

Schlussfolgerungen: Warum sich der deutsche Staat um seine Bürger im Ausland kümmern sollte

Nach der Darstellung einiger Beispiele für Anliegen deutscher Expatriates in Hongkong und Thailand, stellt sich abschließend die Frage, warum Regierungen sich überhaupt um ihre im Ausland lebende Bevölkerung und deren Anliegen kümmern und entsprechende Politiken und Kapazitäten entwickeln sollten.

Zu einer guten Regierungsführung gehört der Schutz der eigenen Staatsangehörigen, egal, ob sie auf dem Territorium des Staates leben oder außerhalb seiner Grenzen. Darüber hinaus kann das Engagement eines Staates im Hinblick auf seine Expats einen positiven Beitrag zur Sicherheit des Staates leisten. So können Expats als effektive Botschafter ihres Herkunftslandes gelten[1] , wodurch sie die ''soft power'' (weiche Macht) ihres Staates in den internationalen Beziehungen ausdehnen[2] , d.h. die Fähigkeit eines Staates, bestimmte Ergebnisse im weltpolitischen Geschehen zu erreichen, ''weil andere Länder – die dessen Werte bewundern, dessen Beispiel nachahmen und dessen Grad an Wohlstand und Offenheit anstreben – diesem nachfolgen wollen.''[3] Darüber hinaus wird in der Literatur das Potenzial deutscher (und anderer) Expats betont, ''die inländische Wirtschaft mit internationalen Handels-, Investitions- und Wissensquellen''[4] zu verbinden. Expats tragen also auch zur globalen Integration nationaler Märkte bei.

Zusammenfassend gesagt: Neben den eigenen Ansprüchen an eine gute und verantwortungsvolle Regierungsführung sind es vor allem die mit einer Steigerung der menschlichen Sicherheit einhergehenden positiven Auswirkungen auf die allgemeine Sicherheit eines Staates sowie dessen wirtschaftliche Prosperität, die Regierungen, wie diejenige Deutschlands, dazu bewegen sollten, sich näher mit den Leben und den Anliegen ihrer im Ausland lebenden Bevölkerung zu befassen.

Dieser Text ist Teil des Kurzdossiers "Deutsche im Ausland - Expatriates in Hongkong und Thailand".

Fußnoten

1.
Legal and Constitutional References Committee (2005), S. 119.
2.
Fullilove (2008), S. 64
3.
Nye (2004), zitiert nach Fullilove (2008), S. 64 (Übersetzung des Autors aus dem Englischen).
4.
Legal and Constitutional References Committee (2005), S. 119; Bürgelt et. al. (2009), S. 309.
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Autor: Thorsten Nieberg für bpb.de
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