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1.11.2008 | Von:
Sabrina Stelzig

Hintergrundinformationen

Brasilien, das in Bezug auf Fläche und Bevölkerung fünftgrößte Land der Erde, ist in Europa vor allem als attraktives Reiseland und ehemaliges Einwanderungsland bekannt. Von der ersten portugiesischen Besiedlung im 16. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg wanderten über vier Millionen Menschen ein, überwiegend Europäer.

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Brasilien, das in Bezug auf Fläche und Bevölkerung fünftgrößte Land der Erde, ist in Europa vor allem als attraktives Reiseland und ehemaliges Einwanderungsland bekannt. Von der ersten portugiesischen Besiedlung im 16. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg wanderten über vier Millionen Menschen ein, überwiegend Europäer. In den 1980er Jahren haben sich die Verhältnisse umgekehrt. Schätzungsweise drei Millionen Brasilianer haben bis heute ihr Land verlassen, zunächst mit dem Hauptziel USA, zunehmend aber auch in Richtung Europa und Japan.

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Info

Brasilien

Hauptstadt: Brasília
Sprachen:Portugiesisch
Fläche: 8.511.965 km2
Bevölkerungszahl (2007): 185.998.215 (Brasilianisches Statistikinstitut IGBE)
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner pro km2
Bevölkerungswachstum (2007): 1,2 % für 2007 (IGBE 2006)
Erwerbsbevölkerung (8/2008): 57 % (IBGE)
Ausländische Bevölkerung (2006): 0,7 % (Schätzung, siehe Text)
Arbeitslosenquote: 7,6 % (8/2008), 9,5 % (8/2007), 10,6 (8/2006) (IBGE)
Religionen: römisch-katholisch (73,6 %), protestantisch (15,4 %), spiritualistisch (1,3 %),Umbanda und Candomblé (0,3 %), andere (1,8 %), keine (7,4%) (Zensus 2000)

Doch aufgrund der im letzten Jahrzehnt stabilisierten wirtschaftlichen Situation [1] ist Brasilien nunmehr ein lohnenswertes Migrationsziel für Arbeitsmigranten und Flüchtlinge geworden. Diese Zuwanderung verläuft zu großen Teilen irregulär.

Obgleich Brasilien die neuntgrößte Volkswirtschaft der Erde ist, ist das Land von sozialer Ungleichheit geprägt wie kaum ein anderes auf der Welt: 2005 verdienten die reichsten 10 % der Bevölkerung 48 % des nationalen Einkommens und über 40 Millionen Brasilianer hatten weniger als zwei Dollar pro Tag zum Leben. [2] Die extreme sozialstrukturelle Spaltung Brasiliens hat sich seit Mitte der 1990er Jahre zunächst verlangsamt, dann aber beschleunigt fortgesetzt (3).[3] Viele gut ausgebildete junge Brasilianer sehen daher in naher Zukunft keine beruflichen Chancen in ihrer Heimat und verlassen das Land in Richtung USA, Japan und Europa.

Fußnoten

1.
Die Inflationsrate liegt seit 2007 bei 4,5 %. Ende des Jahres 2005 war Brasilien in der Lage, seine gesamten Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von umgerechnet 15,5 Mrd. US-Dollar vorzeitig zurückzuzahlen. Damit verlor der IWF seinen weltweit größten Kreditnehmer. (Vgl. New York Times, 02.06.2008).
2.
Der Gini-Koeffizient, der die Verteilungsungleichheit im Einkommen misst, betrug für Brasilien 2005 56,7. Damit ist Brasilien unter den Ländern mit der höchsten Einkommensungleichheit weltweit. Siehe Central Intelligence Agency (CIA): CIA-Worldfactbook, https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/br.html.
3.
Siehe Arbix (2007).

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