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24.9.2013 | Von:
Hans-Joachim Ziesing

Energieverbrauch und Energieeinsparung

Entwicklung des Energieverbrauchs

Entwicklung des PrimärenergieverbrauchsEntwicklung des Primärenergieverbrauchs
Seit 1990 ist der gesamte Primärenergieverbrauch in Deutschland tendenziell zurückgegangen. Nach den vorläufigen Schätzungen der AGEB betrug er im Jahr 2012 rund 13 500 Petajoule, fast ein Zehntel weniger als 1990. Dabei hat sich die Struktur nach Energieträgern deutlich verändert. Trugen Stein- und Braunkohlen im Jahr 1990 noch rund 37 Prozent zum Primärenergieverbrauch bei, so waren es 2012 nur noch knapp 25 Prozent. Nach wie vor ist das Mineralöl der wichtigste Energieträger, wenngleich sein Anteil von 35 (1990) auf etwa 33 Prozent (2012) leicht gesunken ist. Deutlich zugenommen hat dagegen die Bedeutung des Erdgases. Es konnte seinen Anteil am Primärenergieverbrauch von gut 12,5 (1990) auf 21 Prozent (2012) steigern. Noch kräftiger stieg der Anteil erneuerbarer Energien: von kaum mehr als einem Prozent im Jahr 1990 und knapp drei Prozent 2000 auf nahezu zwölf Prozent 2012. Damit liegen sie deutlich über der Kernenergie, die 1999 ihren Höchststand erreicht hatte. Nach der Stilllegung von acht deutschen Atomkraftwerken im Gefolge der Reaktorkatastrophe in Fukushima/Japan erreichte die Kernkraft 2012 nur noch einen Anteil von acht Prozent.
EndenergieverbrauchEndenergieverbrauch



Struktur des EndenergieverbrauchsStruktur des Endenergieverbrauchs
Der Energieverbrauch hat sich in Deutschland in den Jahren von 1990 bis 2010 sektoral unterschiedlich entwickelt. Während der Endenergieverbrauch insgesamt im Jahr 2010 um knapp zwei Prozent unter dem Wert für 1990 lag, sank er in diesem Zehnjahreszeitraum in der Industrie um knapp 13 und im Bereich Gewerbe, Handel, Dienstleistungen um gut 14 Prozent. Dagegen verbrauchten die privaten Haushalte im Jahr 2010 gut zwölf und der Verkehr nahezu acht Prozent mehr als 1990. Allerdings verliefen diese Entwicklungen nicht unbedingt kontinuierlich.

Beim Blick auf den Anteil der einzelnen Energieträger am Endverbrauch sticht das Mineralöl mit einem Anteil von 36 Prozent hervor. Hauptabnehmer ist der Verkehrssektor, in dem die Kraftstoffe auf Mineralölbasis mit einem Anteil von rund 93 Prozent nach wie vor dominieren, während das Öl in der Industrie nur eine untergeordnete Rolle spielt. Hier stehen die Gase und der Strom im Vordergrund, genau wie bei Gewerbe, Handel, Dienstleistungen sowie den Haushalten. Letztere sind im Übrigen der Bereich mit der höchsten direkten Nutzung von erneuerbaren Energieträgern (Anteil: nahezu 13 %). Dabei sollte nicht übersehen werden, dass die erneuerbaren Energien indirekt, über ihren Anteil an der Strom- und Fernwärmeversorgung, ebenfalls zur Energiebereitstellung in den Endenergiesektoren beitragen.