izpb USA

20.3.2014 | Von:
Stormy-Annika Mildner
Julia Howald

Die US-amerikanische Wirtschaft

Die US-Wirtschaft nach der Krise

Das amerikanische Wachstumsmodell

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass eine der großen Stärken der US-Wirtschaft gleichzeitig ihre größte Schwäche ist: der Binnenkonsum. 2012 betrug der Anteil der Ausgaben für den privaten Konsum am BIP laut dem BEA 68 Prozent (zu konstanten Preisen von 2009, siehe nebenstehende Tab.). Auf den öffentlichen Verbrauch entfielen im selben Jahr 19,2 Prozent des BIP.
Eine weitere Besonderheit der US-Wirtschaft ist der seit Jahrzehnten negative Außenbeitrag, es wurde also mehr importiert als exportiert. 2012 ging der Außenbeitrag mit einem Minus von 2,8 Prozent in das BIP ein, 2008 betrug er sogar minus 3,7 Prozent (ebenfalls zu konstanten Preisen von 2009). Der Außenhandel ist somit kein Wachstumsfaktor in der US-Wirtschaft. Die Bedeutung des Konsums dagegen zeigt ein Blick auf die Komponenten des Wirtschaftswachstums: 2012 waren 1,52 Prozentpunkte des BIP-Wachstums (dieses lag bei 2,8 %) dem Konsum zuzuschreiben.

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Amerikanische Leidenschaft: der Konsum

[...] Nirgendwo in den Vereinigten Staaten gibt es mehr Läden auf einem Fleck als hier [in der Mall of America – Anm. d. Red.], es sind mehr als 520. Kombiniert haben ihre Schaufenster eine Länge von fast sieben Kilometern. Kein Ort in Amerika zieht mehr Menschen an. Nicht der Grand Canyon oder der Yellowstone National Park, nicht die Golden Gate Bridge in San Francisco, ja nicht einmal New Yorks Time Square zählen mehr Besucher als die Mall of America. Mehr als 40 Millionen Menschen pilgern Jahr für Jahr in den Betonklotz im Süden der Millionenstadt Minneapolis im weiten Mittleren Westen der USA. Zusammengerechnet waren es seit Beginn des neuen Jahrhunderts fast eine halbe Milliarde Menschen.

60 Prozent kommen aus einem Umkreis von 200 Kilometern um Minneapolis. "Locals" nennt Dan Jasper, der beflissene Sprecher der Mall, diese Besucher, Orts-ansässige. Doch vier von zehn reisen von weiter her an, setzen sich oft Tage ins Auto oder fliegen extra ein, nur um zu shoppen. Das sind die "Touristen" im Jargon der Mall. Der Flughafen liegt, kein Zufall, ganz in der Nähe. Ein Taxi braucht vom Flughafen von Minneapolis exakt acht Minuten zur Mall. Für die Besucher von weiter her bietet die Mall "Family Fun Getaway Packages" an. 500 Dollar kostet das "Familien-Spaßwochenende" mit Übernachtungen inklusive Einkaufsgutscheinen.

[…] Die Mall ist [...] eine Konsummaschine monströsen Ausmaßes. Fast 400 000 Quadratmeter misst sie. In der berühmten Maßeinheit der Fußballplätze wären das gut 50 Sportfelder. Dan Jasper, der Pressesprecher, tickert derlei Superlative wie am Schnürchen herunter: "32 Jumbojets würden in die Mall hineinpassen, 258 Freiheitsstatuen könnten flach in ihr liegen. Die Haifische im Aquarium bekommen fast einen Zentner Fleisch gefüttert, wir haben 11 000 Angestellte, in Spitzenzeiten 13 000, und die ganze Mall macht im Jahr fast zwei Milliarden Dollar Umsatz." Im Inneren der Kommerzbastion findet sich außer den Geschäften ein Vergnügungspark, komplett mit Achterbahn und Giga-Schiffsschaukel. […]

Malls, die Einkaufszentren in den weit ausladenden Vorstädten der Metropolen, haben eine lange Tradition in Amerika. Bereits in den boomenden zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts kamen die ersten sogenannten strip malls auf: Ansammlungen von Geschäften außerhalb der engen Stadtzentren, mit Parkplatz für die Autos, die gerade zum neuen Wohlstandssymbol Amerikas geworden waren. In den fünfziger Jahren wurden dann die ersten Malls im heutigen Stil gebaut: Dutzende Einzelhandelsläden, alle unter einem Dach. Und sie wurden immer größer, bis die Mall of America vor exakt 20 Jahren eröffnet wurde, die gewaltigste der Konsummaschinen in den USA.
In vieler Hinsicht ist in der Mall of America wie im Brennglas gebündelt, was Amerikas Eigenarten – und Sonderbarkeiten – ausmacht: Es geht unglaublich bunt und vielfältig zu, manchmal ist es etwas schrill, und eigentlich zielt alles in fast jeder Lebenslage auf Konsum.

Was wiederum eine geradezu unabdingbare Voraussetzung dafür zu sein scheint, Fun zu haben, ein wenig Spaß. Vielleicht macht ja genau das die Anziehungskraft der Mall aus: Es gibt nichts, was es nicht gibt, vor allem nichts, was sich nicht zu Geld machen ließe. […]

Reymer Klüver, "Erholung zu kaufen", in: Süddeutsche Zeitung vom 11./12. August 2012

Verwendung des BIP 2010 - 2012Verwendung des BIP 2010 - 2012
In der Krise rächte sich die hohe Konsumabhängigkeit: Während sich exportorientierte Länder wie Deutschland, gezogen von der Nachfrage vor allem in den Schwellenländern, vergleichsweise schnell von der Krise erholten, litt die US-Wirtschaft auch 2012 weiterhin, weil der Binnenkonsum durch die hohe Arbeitslosigkeit, den geringen Lohnzuwachs, den Wertverlust von Eigenheimen, einen deutlichen Rückgang des Vermögens der Verbraucher sowie pessimistische Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung gelähmt wurde.
Die Kehrseite der amerikanischen Konsumfreudigkeit ist zudem eine niedrige Sparquote und hohe Verschuldung. Die Sparquote der privaten Haushalte, also der Anteil am verfügbaren Einkommen, der gespart wird, ist seit den 1980er-Jahren laut dem BEA insgesamt deutlich gesunken, während sie in den 1970er- und frühen 1980er-Jahren teilweise noch bei über zehn Prozent lag. Mitte der 1990er-Jahre rutschte sie dann erstmals unter fünf Prozent.
Für diese Entwicklung gibt es verschiedene Erklärungen: Eine erste bezieht sich auf den "Vermögenseffekt", wonach mit steigendem Vermögen auch der Konsum wächst und weniger gespart wird. In den 1990er- und 2000er-Jahren wuchs das Vermögen der privaten Haushalte in den USA tatsächlich deutlich, und zwar unter anderem durch die steigenden Aktienkurse und Immobilienpreise. Ein zweiter Erklärungsansatz betrifft die Arbeitsproduktivität: Wenn die privaten Haushalte erwarten, dass sie in Zukunft weiter steigt, und damit einhergehend auch das Arbeitseinkommen, dann sparen sie in der Gegenwart weniger. Diese Theorie wird durch Produktivitätssteigerungen seit den 1980er-Jahren bekräftigt.

Komponenten des realen BIP-WachstumsKomponenten des realen BIP-Wachstums
BIP-Entstehung nach SektorenBIP-Entstehung nach Sektoren



Eine dritte Erklärung für die niedrige Sparquote in den USA ist, dass es in den 1980er- und 1990er-Jahren leichter wurde, Kredite aufzunehmen. Im Jahr 2005 erreichte die Sparquote einen historischen Tiefststand von 2,6 Prozent. Während der Finanz- und Wirtschaftskrise sparten die Amerikaner wieder mehr (2009: 6,1 %); mittlerweile scheint die Sparquote allerdings wieder leicht zu sinken (2012: 5,6 %). Problematisch bleibt auch die hohe Verschuldung der privaten Haushalte. Ende 2012 hatte sie ein Niveau von 109,7 Prozent der verfügbaren Einkommen erreicht und lag damit zwar unter den 135,6 Prozent des Jahres 2007, aber weit über der als tragbar geltenden Schwelle von 90 Prozent.

Die USA sind eine postindustrielle Dienstleistungsgesellschaft. Im Jahr 2012 trug der Dienstleistungssektor laut dem BEA mit rund 69 Prozent zum BIP bei. Neben den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen spielen hierbei auch die Immobiliendienstleistungen eine wichtige Rolle. Ein noch bis vor der Finanz- und Wirtschaftskrise als Stärke gewertetes Charakteristikum des US-Wachstumsmodells ist der hohe Anteil des Finanzsektors am BIP (2012: 7,9 %, siehe Grafik Seite 59). Der Anteil des Industriesektors (d. h. des produzierenden Gewerbes zusammen mit dem Baugewerbe und dem Bergbau) betrug 17 Prozent, und die Landwirtschaft trug mit lediglich einem Prozent zum BIP bei.

Reindustrialisierung – Neuanlauf des produzierenden Gewerbes?

"USA gewinnen einstige industrielle Macht zurück", konstatierte die Zeitung Die Welt im Februar 2013. Ist diese Beobachtung zutreffend? Es wäre nicht der erste Strukturwandel, den das Land durchlebt.
Noch bis weit in das 19. Jahrhundert hinein dominierte in den USA die Landwirtschaft. Im Süden wurden Tabak und Baumwolle angebaut, der Norden und Mittlere Westen waren geprägt von Getreideanbau und Viehzucht. Die Industrialisierung des Landes begann im frühen 19. Jahrhundert. In dieser Zeit spielte Baumwolle eine entscheidende Rolle: Sie wurde im Süden produziert und in Textilfabriken im Nordosten verarbeitet. Während viele Industriegüter zuvor noch aus England importiert worden waren, wuchs im Nordosten die Zahl der Fabriken insbesondere ab ca. 1840. Richtig setzte die Industrialisierung allerdings erst nach dem Ende des Bürgerkriegs (1865) ein. Befördert wurde sie durch den Ausbau des Eisenbahnnetzes: Durch die Erweiterung der Verkehrsinfrastruktur wuchsen die zahllosen lokalen und regionalen Märkte zu einem landesweit integrierten Markt zusammen. Während im Nordosten die Schwerindustrie (Eisen und Stahl) entstand, verlagerten sich die Textilfabriken gegen Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr in den Süden und somit näher an den Baumwollanbau heran.
Zentrum der industriellen Produktion war der sogenannte Manufacturing Belt (Industriegürtel). Er reichte von den Metropolen an der atlantischen Ostküste (von Baltimore über New York bis Boston) bis in die großen Städte des Mittleren Westens wie Cleveland, Pittsburgh, Cincinnati, Detroit und Milwaukee. Mit der Gründung von Ford (1903) und General Motors (1908) wurde Detroit zu einer Hochburg der US-amerikanischen Automobilindustrie. Der Südwesten entwickelte sich dank seines Erdöl- und Erdgasreichtums zum Zentrum der Energieindustrie. Auch wenn die Förderung in absoluten Zahlen zurückgegangen ist, ist Texas noch heute der Bundesstaat mit der größten Produktion von Öl und Gas. Im Jahr 2011 fanden dort fast 53 Prozent der gesamten Öl- und Gasgewinnung des Landes (gemessen am Wert der Produktion) statt. An der verhältnismäßig spät besiedelten Westküste der USA entstand während und nach dem Zweiten Weltkrieg die Hochtechnologieindustrie. 1975 wurde Microsoft in einem Vorort von Seattle, Washington gegründet. Ein Jahr später erfolgte die Gründung von Apple in Kalifornien. Das Silicon Valley bei San Francisco ist bis heute einer der wichtigsten Standorte der Industrie für Hightech sowie für Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) weltweit. Das BIP von Kalifornien, dem Bundesstaat mit der größten Wirtschaftsleistung, betrug im Jahr 2012 allein zwei Billionen US-Dollar.

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Weltweit führend: die US-Computerindustrie und IKT-Branche

IBM, Apple und Microsoft – ohne diese US-amerikanischen Pionier-Unternehmen wäre die weltweite Computerbranche heutzutage nur schwer vorstellbar. Die Geschichte des Personal Computers (PC) ist untrennbar mit der Geschichte der USA nach dem Zweiten Weltkrieg verknüpft. Und noch heute stellt die Computerindus-trie einen wichtigen Wirtschaftszweig der USA dar: Ende 2012 waren 1,1 Mio. Amerikaner in der Computer- und Elektroindustrie beschäftigt. Auch wenn die PCProduktion mittlerweile größtenteils in andere Länder verlagert wurde, haben US-amerikanische PC-Hersteller zusammengenommen immer noch den mit Abstand größten Weltmarktanteil. Und auch in der Informations- und Kommunikationstechnikbranche (IKT-Branche) sind die USA dank nicht abbrechender Innovationen und Unternehmensgründungen, die insbesondere aus der San Francisco Bay Area bzw. dem Silicon Valley stammen, weltweit führend.

Von den 1970er- bis in die 1990er-Jahre wuchsen die Verkaufszahlen von PCs jährlich mit zweistelligen Raten. Die USA waren dabei der erste große Wachstumsmarkt für PCs. Im Jahr 2000 besaß bereits mehr als die Hälfte aller US-amerikanischen Haushalte einen PC. Die neue PC-Kategorie der Tablet-Computer sorgt dafür, dass sowohl für den US-Markt als auch weltweit für die nächsten Jahre wieder ein kräftiger Zuwachs der Verkaufszahlen erwartet wird.

Die Verbreitung des Internet in den 1990er-Jahren sorgte für die Entstehung der sogenannten New Economy, der Firmen angehören, welche internetbasierte und andere auf Informations- und Kommunikationstechniken basierende Dienstleistungen anbieten. Viele dieser Firmen gründeten sich in den 1990er- und 2000er-Jahren im Silicon Valley. Nach Jahren des explosiven Wachstums in den 1990er-Jahren platzte im Sommer 2000 die Internetblase, die auch als "Dotcomblase" bezeichnet wird. Viele Firmen und insbesondere kleinere Start-ups gingen bankrott, nachdem übersteigerte Gewinnerwartungen in den Jahren zuvor zu dramatischen Kurssprüngen geführt hatten.

Trotz dieses massiven Schocks in den frühen 2000er-Jahren wird die IKT-Branche bis heute von US-amerikanischen Unternehmen dominiert. So war Apple Ende 2012 das weltweit größte IKT-Unternehmen mit einem Börsenwert von 370 Mrd. Euro, gefolgt von Google (180 Mrd. Euro) und Microsoft (173 Mrd. Euro). Und auch was PCs betrifft, waren zwei US-amerikanische Hersteller, Hewlett-Packard (HP) und Dell, seit 1994 und bis vor Kurzem gemessen am Marktanteil die führenden Unternehmen sowohl in den USA als auch weltweit. In der ersten Jahreshälfte 2013 überholte das chinesische Unternehmen Lenovo, das 2004 IBMs PC-Sparte übernommen hatte, HP als Weltmarktführer.

Das Silicon Valley beziehungsweise die etwas weiter gefasste San Francisco Bay Area ist aus der Geschichte der US-amerikanischen Elektronik- und Computerindustrie und aus der IKT-Branche nicht wegzudenken. Es entstand aus dem 1951 gegründeten Stanford Industrial Park (heute Stanford Research Park); dieses Gelände vermietete die Stanford University an Hightech-Firmen. Beide Seiten profitierten stark voneinander – die Universität von den Firmen, deren Mitarbeiter teilweise Kurse auf dem Campus unterrichteten, und die Firmen von der Nähe zur Wissenschaft. In den 1960er- und 1970er-Jahren dominierte hier die Halbleiterindustrie (das Silicon Valley hat seinem Namen vom Halbleiterelement Silicium). In den 1980er- und 1990er-Jahren verlagerte sich der Schwerpunkt dann zunächst auf die Herstellung von PCs (einer der ersten in großen Mengen produzierten war der Apple II 1977), später auf Computersoftware (1985 kam Microsoft Windows auf den Markt) und schließlich auf internetbasierte Unternehmen.

Die San Francisco Bay Area bietet weltweit einmalige Bedingungen für Start-ups in der Computer- und IKT-Branche:
die Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur, die durch die dort ansässigen Universitäten und Forschungs- und Entwicklungs-Abteilungen diverser Unternehmen geprägt ist;
ein großes Angebot an qualifizierten Arbeitskräften (2010 hatten 46 Prozent der Bevölkerung mindestens einen Bachelorabschluss);
ein breites Angebot an Dienstleistungen, die auf Unternehmensgründungen ausgerichtet sind;
die besondere Kultur des Silicon Valley, die sehr international, offen und risiko-freudig ist; und
eine extrem gut ausgebaute Risikokapitalbranche. 2012 wurden laut der National Venture Capital Association (NVCA) gut 70 Prozent der weltweiten Risikokapital-Investitionen in den USA getätigt, davon 40,9 Prozent speziell im Silicon Valley.

Auch wenn große PC-Hersteller wie Dell und HP mittlerweile in anderen Ländern produzieren, findet das Produktdesign, welches von neuen Ideen und Innovationen lebt, weiterhin in den USA und insbesondere im Silicon Valley statt.
Zwar brachen die US-amerikanischen Exporte von Computer- und Elektronikprodukten zwischen 2011 und 2012 leicht ein, auch lagen die Risikokapital-Investitionen 2012 mit 26,65 Mrd. Dollar noch weit unter ihrem historischen Höchststand von 105,2 Mrd. Dollar im Jahr 2000 (vor dem Platzen der Internetblase). Nichtsdestotrotz sorgen die einzigartigen Gegebenheiten des Silicon Valley dafür, dass die USA weiterhin das Zentrum für Innovationen und Start-ups in der Computerindustrie und der IKT-Branche sind.


Im Laufe des 20. Jahrhunderts vollzog sich ein erneuter Strukturwandel in den USA. 1950 erwirtschaftete das produzierende Gewerbe dem BEA zufolge noch 27 Prozent des BIP, 1975 waren es nur noch rund 21 und im Jahr 2000 bereits nur noch 14 Prozent. Zwar müssen bei diesen Zahlen auch Preiseffekte beachtet werden: Die Preise für Güter des produzierenden Gewerbes stiegen über Jahrzehnte in geringerem Maße als die anderer Güter und Dienstleistungen, sodass real gesehen der Sektor etwas weniger stark schrumpfte, als es der Anteil am BIP wiedergibt. An der Dominanz des Dienstleistungssektors ändert dies jedoch nichts.
Besonders deutlich zeigt sich der Strukturwandel im Manufacturing Belt. Seit den 1960er-Jahren wurde zunächst die bis zu diesem Zeitpunkt dominante Schwerindustrie durch die verarbeitende Industrie und modernere Branchen wie die Softwareindustrie abgelöst. Der Manufacturing Belt wurde zum Rust Belt (Rostgürtel), mit sinkenden Einwohnerzahlen in vielen Städten. Nichtsdestotrotz findet hier immer noch ein großer Teil der industriellen Produktion des Landes statt, auch dank der großen Automobilhersteller.
Bedingt wurde der Strukturwandel zum einen dadurch, dass neue Informations- und Kommunikationstechnologien den massiven Ausbau des Dienstleistungssektors, insbesondere der Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, ermöglichten. Zudem geriet das produzierende Gewerbe ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter einen intensiven Wettbewerbsdruck, und viele arbeitsintensive Industrien wurden in Länder mit niedrigeren Lohnniveaus, beispielsweise in Asien, verlegt.
Findet nun also ein erneuter Strukturwandel statt – eine Reindustrialisierung der USA? In der Tat verlagern einige große US-amerikanische Unternehmen ihre Produktion inzwischen wieder ins eigene Land zurück; so errichtet General Electric zwischen 2012 und 2014 ein Werk für Haushaltselektrik in Louisville, Kentucky. Auch ausländische Unternehmen scheinen wieder verstärkt in den Produktionsstandort USA zu investieren: Der japanische Konzern Mitsubishi investierte 2011 in ein Gasturbinenwerk in Savannah, Georgia und Siemens 2011 in eine neue Fabrik für Gas- und Dampfturbinen sowie Generatoren in Charlotte, North Carolina.
Die Voraussetzungen für eine Reindustrialisierung haben in der vergangenen Dekade verschiedene Faktoren geschaffen wie:
  • niedrige Lohnstückkosten, insbesondere im Süden der USA (zusammen mit gestiegenen Lohnkosten in Asien);
  • niedrige Energiekosten aufgrund des Schiefergas-Booms;
  • die unternehmensfreundliche Geldpolitik der Fed, die für günstige Kredite dank niedriger Zinsen sorgt;
  • die Konjunkturpakete der Obama-Administration;
  • ein schwacher Dollar, der US-amerikanische Produkte auf den internationalen Märkten konkurrenzfähiger macht;
  • ein sich erholender Immobilienmarkt, der die Bauindustrie ankurbelt.
Private Investitionen nach SektorenPrivate Investitionen nach Sektoren (© BEA, Fixed Assets Accounts Tables, Private Fixed Assets by Industry, Table 3.7ES: Investment in Private Fixed Assets by Industry,)
Seit 2010 hat vor allem die Herstellung von Computern und Elektroprodukten, Maschinen, Erdöl- und Kohleprodukten sowie Autos einen Aufschwung erfahren. Der Anteil des produzierenden Gewerbes am BIP, der jahrzehntelang fast durchgängig geschrumpft war, stieg laut dem BEA seit 2010 erstmals wieder mehrere Jahre in Folge auf 11,9 Prozent im Jahr 2012 an. Auch die reale (also inflationsbereinigte) Wertschöpfung des produzierenden Gewerbes nahm wieder deutlich zu. Sie lag im Vorkrisenjahr 2007 noch bei 1,69 Billionen US-Dollar, sank während der Krise auf 1,45 Billionen (2009) und erreichte im Jahr 2012 wiederum 1,68 Billionen US-Dollar.
Um aber umfassend beurteilen zu können, ob dieser Entwicklung wirklich eine Reindustrialisierung zugrunde liegt, müssen weitere Indikatoren betrachtet werden: die Beschäftigungszahlen des produzierenden Gewerbes, die Produktionskapazitäten dieses Sektors und schließlich die Investitionen in den einzelnen Branchen.
Die Beschäftigungszahlen des produzierenden Gewerbes erreichten im Januar 2010 laut dem BLS mit 11,6 Millionen ihren Krisentiefststand und stiegen im Mai 2013 wieder auf knapp zwölf Millionen (also um 4,5 %). Das Vorkrisenniveau von rund 13,7 Millionen Beschäftigten ist damit allerdings noch lange nicht wieder erreicht, und andere Sektoren haben sich im Vergleich bereits besser erholt: So stiegen die Beschäftigtenzahlen im Freizeit- und Gastgewerbe im selben Zeitraum (Januar 2010 bis Mai 2013) um neun und im Unternehmensdienstleistungssektor um 11,9 Prozent.
Auch müsste, um von einer Reindustrialisierung sprechen zu können, eine deutliche Ausweitung der Produktionskapazitäten des produzierenden Gewerbes zu beobachten sein. Diese wuchsen aber bereits seit der Jahrtausendwende nur noch in geringem Umfang. Im Zeitraum 1995 bis 2013 lag die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Fed zufolge bei 2,4 Prozent. Die Zahlen für die Jahre 2010 bis 2012 liegen unter diesem Durchschnitt: Im Jahr 2010 schrumpften die Produktionskapazitäten sogar noch um zwei Prozent, 2011 wuchsen sie um 0,6 Prozent und 2012 um 1,6 Prozent.

Auch die privaten Investitionen im produzierenden Gewerbe und im Bergbau sind nach der Krise laut Zahlen des BEA wieder angestiegen, konnten jedoch bis einschließlich 2011 das Vorkrisenniveau nicht wieder erreichen (siehe Grafik), wobei die Investitionen in Ausstattung und Software allerdings tendenziell seit etwa 2010 einen stärkeren Aufwärtstrend verzeichnen als die Investitionen in Strukturen.
Nur einige wenige Branchen konnten das Vorkrisenniveau in den letzten Jahren tatsächlich übertreffen. Dazu zählen die Automobilbranche, die Nahrungsmittel- und Tabakindustrie, Papierprodukte sowie Kunststoffe und Gummiprodukte. Investitionen in die Herstellung von Computer- und Elektroprodukten stiegen 2010 und 2011 zwar an, jedoch lag das Vorkrisenniveau deutlich über den Investitionen für 2011.
Dieser Trend lässt sich auch bei den Ausländischen Direktinvestitionen (ADI) beobachten: Während die ADI in das produzierende Gewerbe der USA in den Jahren vor der Krise noch deutlich gestiegen waren, gingen sie in der Krise (2008 und 2009) zurück und haben sich seit 2010 – im Jahr 2011 jedoch nur leicht – wieder erholt. Getragen wird dieser erneute Anstieg vor allem durch Investitionen in die chemische Industrie. 2010 stiegen auch ADI in die Herstellung von Erdöl- und Kohleprodukten deutlich an, gingen 2011 aber wieder zurück. Auch der US-Automobilsektor konnte von ADI profitieren. In den letzten Jahren haben Automobilhersteller aus aller Welt (darunter VW, Toyota, Honda, Nissan und Hyundai) Werke in den Südstaaten eröffnet. Dort sind die Lohnkosten vergleichsweise niedrig, auch weil die dort geltenden "right to work"-Gesetze die Macht der Gewerkschaften begrenzen.
Wenn also die Daten insgesamt eher noch nicht für eine deutliche "Reindustrialisierung" des Landes sprechen, sollte eine solche aber auch nicht ausgeschlossen werden. Denn eine Reihe begünstigender Faktoren könnte der Wiederbelebung der US-Industrie weiteren Schwung verleihen. So mindert der im internationalen Vergleich niedrige Gaspreis in den USA die Herstellungskosten energieintensiver Produkte wie Aluminium und anderer Nichteisenmetalle, von Stahl, Baustoffen oder auch von Papier. Die immensen Schiefergasreserven können den Bau von Gaskraftwerken befördern und langfristig einen großen Markt für gasbetriebene Kraftfahrzeuge schaffen. Und auch die chemische Industrie profitiert von den niedrigen Gaspreisen, da Erdgas als Rohmaterial in der Herstellung vieler Chemikalien, Kunststoffe und Dünger verwendet wird.

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Schlüsselsektor: die Automobilindustrie

Die Automobilbau- und die zuliefernde Industrie gehören mit 773 000 Beschäftigten (2012) zu den Schlüsselbereichen der US-amerikanischen Wirtschaft. Im Jahr 2011 trug dieser Sektor etwa vier bis fünf Prozent zum BIP der USA bei. Die Automobilindustrie steht sinnbildlich für die Industrialisierung wie auch die Deindustrialisierung des Landes. Sie ist ein Musterbeispiel für Unternehmenserfolg im Weltmaßstab, aber auch für unternehmerische Fehlentscheidungen. Und sie spiegelt die strukturellen und geografischen Veränderungen im Land wider. Während die Automobilindustrie traditionell im Manufacturing Belt des Mittleren Westens, insbesondere dem Großraum Detroit, ansässig ist, haben sich vor allem ausländische Automobilkonzerne zunehmend im Süden (Alabama, Kentucky, Louisiana, South Carolina und Tennessee) sowie in Indiana und Ohio angesiedelt. Denkt man an den USamerikanischen Automobilsektor, so denkt man vor allem an die Big Three, General Motors (GM), Chrysler und Ford. Dies war jedoch nicht immer so. In den frühen Jahren der Automobilindustrie dominierten viele kleine Hersteller im Nordosten des Landes den Markt. Die Produktion war zeit- und arbeitsintensiv. Dies änderte sich mit der Erfindung und technischen Verfeinerung der Massenproduktion, insbesondere dem Einsatz der Fließbandtechnik, und der Gründung von Ford (1903) und GM (1908). Wenig später eroberte Henry Fords legendäres Model T zuerst Amerika, dann weitere Kontinente. Kostengünstig und effizient hergestellt, wurde das Model T schnell zum "Auto für die Massen". Innerhalb von zwanzig Jahren wurden mehr als 15 Mio. Autos dieses Typs hergestellt. Im Jahr 1929 teilten sich GM, Ford und Chrysler bereits drei Viertel des Automobilmarkts der Vereinigten Staaten. Zu diesem Zeitpunkt liefen in den USA 4,5 Mio. Pkws pro Jahr vom Band. Rund 85 Prozent der weltweit jährlich hergestellten Automobile wurden in den USA erzeugt. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden europäische und japanische Hersteller zu ernsthaften Konkurrenten auch auf dem US-Markt.

Zwischen 1945 und 1980 ging der Anteil der US-Hersteller an der weltweiten Automobilproduktion von etwa 80 auf 20 Prozent zurück. Im Jahr 1980 überholte Japan die USA erstmals als führender Automobilhersteller.
In den 1990er- und frühen 2000erJahren erfuhr die US-Automobilindustrie eine neue Blütezeit. Grund hierfür waren die niedrigen Ölpreise und eine steigende Nachfrage auf dem US-Markt nach größeren Fahrzeugen wie Kleintransportern ("pick-up trucks"), Minivans und Gelän-dewagen ("sports utility vehicles", SUVs).

Doch die Automobilindustrie hatte verpasst, wichtige Strukturreformen vorzunehmen. Aufgrund der steigenden Spritpreise sahen sich US-amerikanische Autofahrer zunehmend nach kleineren, benzinsparenden Alternativen um, wovon insbesondere japanische und europäische Anbieter profitierten. In der Folge sank der Anteil der Big Three am Markt für leichte Nutzfahrzeuge zwischen 2001 und 2008 von 77 auf 62 Prozent. Zwischen Januar 2001 und Dezember 2007 sank die Zahl der Angestellten in der Automobilbranche um 293 000 (23,4 %) und lag damit insgesamt unter einer Million Be-schäftigten. Im Jahr 2001 hatte sie noch bei rund 1,2 Millionen gelegen.

Ende 2008, als die Autobauer noch gehofft hatten, eine Insolvenz zu vermeiden, stellte die Regierung Chrysler und GM Notkredite in Höhe von 17,4 Mrd. US-Dollar zur Verfügung, welche an strenge Auflagen gebunden waren: Die Unternehmen mussten beispielsweise die Löhne senken und ihre Fahrzeuge umweltfreundlicher gestalten. Zudem bekam der Staat ein Vetorecht bei Transaktionen ab 100 Mio. US-Dollar. Dies reichte jedoch nicht aus, um die beiden Automobilhersteller vor der Insolvenz zu bewahren. Nachdem GM am 1. Juni 2009 Insolvenz angemeldet hatte, kaufte die US-Regierung den Großteil (60,8 %) der Stammaktien, und die General Motors Corporation wurde als General Motors Company neu gegründet. Sowohl GM als auch Chrysler mussten im Rahmen umfassender Strukturreformen Marken einstellen oder verkaufen sowie Verträge mit Hunderten von Händlern auflösen.

Heute wächst die US-Automobilbranche wieder. Durch die Rettungsaktion und verstärkte Investitionen in nachhaltige Technologien haben sich die Aussichten deutlich verbessert. Chrysler investierte laut eigenen Angaben seit Juni 2009 insgesamt 5,2 Mrd. US-Dollar in heimische Produktionsstätten. Im April 2013 kündigte GM an, 322 Mio. US-Dollar in die Entwicklung kraftstoffsparender Motoren zu investieren. Bereits seit 2010 schreiben die Big Three wieder schwarze Zahlen. Die Branche profitiert von der verbesserten Vermögenssituation vieler Bürger und günstigen Finanzierungskonditionen. Gleichwohl dürfte es noch einige Zeit dauern, bis die Produktionszahlen von Pkw, SUVs, Pick-ups und anderen Leichtfahrzeugen das Marktvolumen aus der Zeit vor der Finanzkrise erreicht haben.

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Nichtkonventionelles Erdgas und Erdöl in der US-Wirtschaft

Energiepreise sind ein wichtiger Standortfaktor, insbesondere für energieintensive Industrien. Die niedrigen Energiepreise machen die USA derzeit zu einer attraktiven Produktionsstätte. So sank der Erdgaspreis zwischen 2005 und 2012 von 13 auf rund zwei Dollar pro Million British Thermal Units (Mbtu). Verantwortlich dafür ist die "Schiefergaswende" oder auch "Schiefergasrevolution" in den USA. Innerhalb der letzten sechs Jahre wurde die Produk-tion von Schiefergas massiv ausgebaut, sodass die Nettoimporte von Erdgas trotz einer steigenden Nachfrage gesunken sind. Die USA könnten in den kommenden Jahren sogar zum Nettoexporteur von Erdgas und somit theoretisch unabhängig von Handelspartnern werden. Auch für nichtkonventionelles Erdöl erwartet die US-Energieinformationsbehörde (EIA) für die kommenden Jahrzehnte einen starken Anstieg der heimischen Produktion.

Schiefergas ("shale gas") sowie Schieferöl ("shale oil") und "tight oil" sind Erdgas- bzw. Erdölvorkommen, die in dichten Gesteinsschichten mehrere hundert Meter tief im Boden eingeschlossen sind. Sie gehören zu den nichtkonventionellen Vorkommen. Gefördert werden sie durch "hydraulic fracturing" (Fracking). Bei dieser Methode werden die unterirdischen Vorkommen freigesetzt, indem ein Gemisch aus Chemikalien und viel Wasser über horizontale Bohrungen mit Hochdruck in die Gesteinsschichten gepresst wird. Technologische Fortschritte beim horizontalen Bohren haben das Fracking erst vor wenigen Jahren wirtschaftlich und somit den Schiefergasboom in den USA möglich gemacht.

Schiefergas ist auch in anderen Teilen der Welt zu finden, doch die USA sind bislang das einzige Land, das es im großen Stil fördert. Grund hierfür sind eine Reihe positiver Rahmenbedingungen. Erstens liegen die Förderrechte in den USA in der Regel beim Landbesitzer, sodass dieser selbst entscheiden kann, ob er die Vorkommen abbauen möchte, und selbst auch am Abbau verdient. Zweitens gibt es in den USA Steuererleichterungen für die Förderung von Schiefergas. Drittens werden die für die Produktion notwen-dige Ausrüstung und entsprechende Dienstleistungen in den USA angeboten, und die nötige Infrastruktur ist vorhanden. Viertens ist die Nähe zum Verbraucher gegeben, beispielsweise zur Industrie. Fünftens sind die Umweltregulierungen in den USA im Hinblick auf Fracking weniger streng als in anderen Ländern. So werden Schiefergasbohrungen von einigen Regulierungen der US-Umweltschutzbehörde (EPA) ausgenommen. Sechstens ist die Bevölkerungsdichte in vielen Regionen sehr niedrig, sodass dort Fracking betrieben werden kann, ohne dass Bewohner oder Gebäude umgesiedelt werden müssen. Schließlich wurde Anfang der 2000er-Jahre ein sehr hoher Importbedarf der USA an Erdgas prognosti-ziert, was Investitionen in die Explora-tion von heimischen Vorkommen einen Schub gab. Auch eine wichtige Rolle spielt, dass Erdgasmärkte in den USA deutlich schwächer reguliert sind als in vielen anderen Ländern.

Zwar werden auch in den USA die ökologischen Folgen und Risiken von Schiefergas kritisch diskutiert – die Freisetzung des Treibhausgases Methan, die Verschmutzung von Boden und Grundwasser sowie die Gefahr von Erdbeben –, doch weit weniger als dies beispielsweise in Deutschland der Fall ist. Schließlich ist die Förderung von Schiefergas ein wichtiger Bestandteil von Präsident Obamas Climate Action Plan. Bis 2030 will die Obama-Administration den jährlichen CO2Ausstoß um die Hälfte senken, unter anderem mit strengeren Grenzwerten für Kohlekraftwerke. Dies würde die Attraktivität von Schiefergas weiter erhöhen.

Das günstige wirtschaftliche und regulatorische Umfeld zusammen mit der Skepsis anderer Länder gegenüber dem Fracking verschaffen den USA derzeit einen Standortvorteil für einzelne Sektoren der heimischen Industrie, insbesondere für die energieintensiven Branchen und solche, die Gas als Input verwenden. So war beispielsweise der deutsche Industriestrompreis im Jahr 2011 mehr als doppelt so hoch wie der US-amerikanische. Aber die Schiefergaswende und die sich anbahnende "tight oil"-Revolution bringen auch noch andere Vorteile für die USA: Mit sinkenden Importen von Energierohstoffen schrumpft das Handelsbilanzdefizit und das Land wird weniger abhängig von teuren Im-porten aus teilweise politisch instabi-len Ländern. Hinzu kommt noch ein weiterer Gesichtspunkt: Wenn die USA mehr Gas und weniger Kohle verstromen, was in den letzten Jahren bereits ge-schehen ist, verbessert sich ihre CO2-Emissionsbilanz.