Dossierbild Jüdisches Leben in Deutschland

5.8.2010 | Von:
Prof. em. Dr. Arno Herzig

1350-1630: Periode einer langen Krise

Soziale Differenzierung im 30-jährigen Krieg

Wie der Großteil der Zivilbevölkerung waren auch die Juden im Dreißigjährigen Krieg häufig Schikanen ausgesetzt. So pressten die christlichen Heerführer die jüdischen Gemeinden zu hohen Abgabesummen. Auch wurden sie zu Abgaben für Verteidigungszwecke herangezogen. Das Geschäft mit dem Krieg bot aber auch Chancen: So beteiligten sich jüdische Unternehmer an Pferdefutterlieferungen, am Pferdehandel und an Geldwechselgeschäften. Insgesamt wurde die Mehrzahl der jüdischen Einwohner Deutschlands durch den Krieg ärmer, einer kleinen Gruppe aber gelang der ökonomische Aufstieg, so dass sich mit dem Dreißigjährigen Krieg die soziale Differenzierung unter den Juden in Deutschland fortsetzte.

Vieles, was nach 1650 die organisatorischen und geistlichen Strukturen der Juden in Deutschland ausmachen sollte, war in Ansätzen schon vor 1650 vorhanden, kam nun aber erst zum Durchbruch.


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