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Referendum zum Ende der Apartheid

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Heute vor genau 30 Jahren, am 17. März 1992, stimmten mehr als zwei Drittel der weißen und damit stimmberechtigten Bürger/-innen Südafrikas für ein Ende der Rassentrennung – der sogenannten Apartheid.

Aber was war zuvor geschehen?

Mitte des 17. Jahrhunderts wurde Südafrika erst von den Niederlanden, dann von Großbritannien annektiert. Seit der Kolonisierung wurde das Land von einer kleinen Minderheit britischer und niederländischer Siedler kontrolliert. Mit Gründung der Südafrikanischen Union 1910, dem Zusammenschluss der vier britischen Kolonien im Süden Afrikas, begann schließlich die gesetzlich festgelegte Rassendiskriminierung.

Ab 1913 war es der schwarzen Bevölkerung in Südafrika untersagt, Land in Gebieten zu kaufen, die nur für Weiße ausgewiesen waren. Nur rund sieben Prozent des Staatsgebiets durfte die schwarze Bevölkerung erwerben. Ein 1950 verabschiedetes Gesetz teilte schließlich auch die Städte in Gebiete für Weiße und Nicht-Weiße. Die zentralen Gegenden waren für die weiße Bevölkerung reserviert. Millionen Schwarze verloren ihre Wohnungen oder Häuser, ihren Arbeitsplatz und ihre Bewegungsfreiheit.

Mit Identitätskarten wurde die Bevölkerung einer von vier sogenannten Rassen zugeordnet: "Weiße", "Schwarze", "Coloureds" oder "Asiaten" – wie sie früher genannt wurden. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe beeinflusste maßgeblich die eigenen Rechte und Privilegien. In kurz: Jede Person, die nicht weiß war, war weitgehend von politischer Teilhabe ausgeschlossen.

Doch gegen diese gesetzlich verankerte Diskriminierung entwickelte sich eine Widerstandsbewegung.

Zentraler Akteur war der 1912 gegründete South African Native National Congress, der in den 1920er Jahren in African National Congress, kurz ANC umbenannt wurde. In den 1940er Jahren entwickelte sich der ANC zur Massenbewegung. 1944 schloss sich der 26-jährige Student Nelson Mandela dem ANC an.

Nach dem Verbot des ANC 1960 ging dieser in den Untergrund, sein bewaffneter Flügel kämpfte ab 1961 gegen die Apartheid. 1962 wurden ANC-Führungsfiguren festgenommen - darunter auch Nelson Mandela, der 1964 zu lebenslanger Haft verurteilt und erst 1990 wieder freigelassen wurde.

Durch die fortwährende Politik der Apartheid isolierte sich Südafrika politisch, wirtschaftlich und kulturell weltweit immer mehr. 1973 verurteilten die Vereinten Nationen die Apartheid als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Kurz darauf wurde Südafrika aus der UN-Generalversammlung ausgeschlossen. Und doch dauerte es Jahrzehnte bis sich in Südafrika etwas änderte:

1990 brachte der neue südafrikanische Präsident Frederik Willem de Klerk erstmals Reformen auf den Weg, unter anderem die Aufhebung der umstrittenen Gesetze zur Rassentrennung - nicht ohne Widerstand rechter weißer Nationalisten. Mit dem Referendum am 17. März 1992 wollte de Klerk seinen neuen politischen Kurs legitimieren. Stimmberechtigt waren dabei nur weiße Südafrikaner/-innen, die rund ein Sechstel der Bevölkerung ausmachten. Mit fast 69 Prozent stimmten mehr als zwei Drittel der Wahlberechtigten für ein Ende der sogenannten Rassentrennung.

Bis zu den ersten freien Wahlen dauerte es dann noch Mal ein wenig: Sie fanden 1994 statt und endeten mit einem Triumph des ANC, der zur stärksten Kraft wurde. Am 10. Mai 94 wurde schließlich Nelson Mandela als erster schwarzer Präsident Südafrikas vereidigt.

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