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Flüchtling

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Christiane Toyka-Seid, Gerd Schneider

Ein Flüchtlingsboot auf dem Meer. Es ist überfüllt mit Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen. (© picture-alliance / ROPI)

Warum fliehen Menschen?

Ende 2019 waren etwa 79,5 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Die Gründe, wieso Menschen ihre Heimat verlassen, sind unterschiedlich. In Kriegen müssen Menschen um ihr Leben fürchten. Viele verlassen ihre Heimat, um sich und ihre Kinder in Sicherheit zu bringen. Andere verlassen ihre Heimat, um bitterer Armut zu entgehen. Wieder andere werden in ihrer Heimat wegen ihrer Nationalität, ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion oder wegen ihrer politischen Ansichten verfolgt. Wieder andere fliehen aus ihren Heimatländern, weil schwere Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen ihr Land unbewohnbar gemacht haben. Alle Flüchtlinge verlassen ihre Heimat aus Not. Sie wünschen sich ein menschenwürdiges Leben in Frieden und Sicherheit.

Ein Flüchtlingslager für syrische Flüchtlinge in der Türkei, 2015. (© picture alliance / AA)

Wohin fliehen die Menschen?

Alle Menschen wollen an einem sicheren Ort leben. Wenn Gewalt und Terror im eigenen Land herrschen, versuchen Menschen oft, im eigenen Land in einer anderen Gegend zu leben. Man bezeichnet sie dann als "Binnen-Flüchtlinge". Viele Flüchtlinge aber verlassen ihr Land. Sie leben in Nachbarländern, oft in großen Flüchtlingslagern. Oft aber sind die Flüchtlingslager überfüllt, so dass nicht für alle Menschen ausreichend Hilfe bereitgestellt werden kann. Viele Flüchtlinge machen sich auch auf den Weg nach Europa und hoffen, dort leben und arbeiten zu können.

Flüchtlinge warten an der griechisch-nordmazedonischen Grenze darauf, dass sie über die Grenze überqueren und weiterreisen dürfen. (© picture alliance / AA)

Wie gefährlich ist eine Flucht?

Eine Flucht ist oft sehr gefährlich. Aus Afrika fliehen viele Menschen mit Booten. Sie bezahlen Geld dafür, dass ihnen jemand bei der Flucht nach Europa hilft. Das sind sogenannte Schleuser. Die Boote sind aber oft viel zu klein und gar nicht seetauglich. Deswegen sind schon viele tausend Flüchtlinge bei der Flucht übers Meer gestorben. Andere Menschen kommen mit dem Zug, mit dem Bus oder zu Fuß. Auch das ist oft sehr gefährlich. Die Flüchtlinge müssen Länder durchqueren, die sie nicht kennen. Wenn sie krank werden, haben sie oft keinen Arzt oder keine Medikamente. Nicht immer gibt es ausreichend Nahrung und Wasser auf der Flucht.

Wer hilft den Flüchtlingen?

Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, erhalten Hilfe vom Staat und von vielen Menschen, die ehrenamtlich tätig sind und den Flüchtlingen helfen. Auch in den Flüchtlingslagern, aus denen viele Menschen sich auf den Weg nach Europa gemacht haben, arbeiten Menschen, die sich um Flüchtlinge kümmern. Oftmals tun sie das im Auftrag von internationalen Hilfsorganisationen. Die Vereinten Nationen haben die Stelle eines Hohen Flüchtlingskommissars (abgekürzt UNHCR) eingerichtet. Diese Organisation beschäftigt sich speziell mit dem Flüchtlingsproblem und hat verschiedene Hilfswerke eingerichtet.

Eine Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan mit einem kleinen Baby in in einer Flüchtlingsunterkunft in Dortmund. (© picture alliance / dpa)

Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2022.

Fussnoten