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Sinti und Roma in Deutschland

Sinti und Roma in Deutschland

Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid

Sinti und Roma musizieren mit Anwohnern in Berlin-Neukölln. (© picture alliance / dpa | Maurizio Gambarini)

Anerkannte Minderheit in Deutschland

Die deutschen Sinti und Roma sind eine der vier anerkannten Minderheiten in Deutschland. Ungefähr 60.000 Sinti und 10.000 Roma leben in Deutschland. Zu den nationalen Minderheiten gehören neben den Sinti und Roma auch die Sorben, die friesische Volksgruppe und die dänische Minderheit. Sie alle leben in Deutschland und haben die deutsche Staatsangehörigkeit.

Viele Jahrhunderte Verfolgung

Sinti und Roma leben seit mehr als 600 Jahren in Deutschland. Immer wieder erlebten sie in dieser Zeit Vorurteile, Ausgrenzung und Verfolgung. Während der Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 wurden Sinti und Roma in Deutschland, in den vom Deutschen Reich besetzten Gebieten und in Staaten, die mit Deutschland verbündet waren, verfolgt, in Konzentrationslager verschleppt und ermordet.

Gedenkfeier im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, wo 500.000 Sinti und Roma während des Nationalsozialismus ermordet wurden. (© picture alliance / Tabea Guenzler/Eibner-Pressefoto)

Eine europäische Kultur

Sinti und Roma leben in vielen Ländern des Kontinents. Neben Deutsch sprechen die deutschen Sinti und Roma darum als zweite Muttersprache Romanes, die gemeinsame Sprache der Sinti und Roma in Europa. Viele Vereine kümmern sich darum, dass auch die Lebensweise und Kultur der Sinti und Roma lebendig bleiben und wahrgenommen werden. Berühmt sind die virtuose Musik der Sinti und Roma, ihre handwerklichen Fähigkeiten und die reiche Erzähltradition, mit der die Kenntnisse über die Geschichte der Volksgruppe von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird.

Sinti und Roma bei einer Demonstration 2014 gegen eine Änderung des Asylrechts. (© picture alliance / dpa | Bernd Weissbrod)

Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2022.

Fussnoten