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Gendern | bpb.de

Gendern

Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid

Platzhalter Lexikon G grün (© Stefan Eling)

Gendern

Der Begriff Gender (ausgesprochen: Dschender) kommt aus dem Englischen und bedeutet „Geschlecht“. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Arbeiter/-innen, Ärztinnen und Ärzte – hier wird deutlich, dass von Frauen und Männern, Mädchen und Jungen die Rede ist. Darum geht es beim Gendern: Mit der Sprache sollen alle benannt und angesprochen werden, um die es geht. Wenn man Lehrerinnen und Lehrer meint, sollte man das auch sagen und nicht von „Lehrern“ sprechen. Oder man kann einen Begriff wählen, der kein Geschlecht zum Ausdruck bringt wie zum Beispiel „Lehrkraft“.

Männlich geprägte Sprache

Im Deutschen wird oft eine männliche Sprachform genutzt. Viele Berufe werden mit männlichen Begriffen bezeichnet wie Polizisten, Mechaniker oder Ärzte, auch wenn damit eigentlich Menschen unterschiedlichen Geschlechts gemeint sind.

Wie wir die Welt wahrnehmen

Worte erzeugen Bilder im Kopf. Fachleute sagen, dass Sprache unser Bewusstsein prägt. Wenn man zum Beispiel immer „Mechatroniker“ oder „Ärzte“ hört, entwickelt sich die Vorstellung, dass das Berufe nur für Männer sind. Wenn wir von Ärztinnen und Ärzten sprechen, haben wir gleich ein anders Bild vor Augen. Die Sprache hat Einfluss darauf, wie wir unsere Welt verstehen und wie wir über die Menschen denken.

Geschlechtergerechte Sprache

Um geschlechtergerecht zu sprechen, sollen Begriffe genutzt werden, die alle Menschen ansprechen. Das ist auf unterschiedliche Weise möglich:

  • Um Frauen und Männer anzusprechen werden beide Geschlechter genannt, zum Beispiel Lehrerinnen und Lehrer. Oft wird die weibliche Form beim Schreiben durch eine Abkürzung hinzugefügt: Lehrer/-innen

  • Es werden Begriffe benutzt, bei denen kein Geschlecht ausgedrückt wird, wie zum Beispiel Lehrkraft.

  • Gender-Sonderzeichen: Beim Schreiben nutzt man besondere Zeichen, zum Beispiel Sternchen, Doppelpunkte oder Unterstriche, um sich geschlechtergerecht auszudrücken.

Streit beim Gendern

Die Frage, ob gegendert werden soll, wird unterschiedlich beurteilt. Die Benennung von beiden Geschlechtern, der Querstrich am Ende und geschlechtsneutrale Begriffe sind an vielen Stellen längst Alltag. So auch in HanisauLand. Unterschiedlich bewertet werden vor allem die Sonderzeichen. Der Rat für deutsche Rechtschreibung, der über Rechtschreibregeln entscheidet, spricht sich dagegen aus, Gender-Sonderzeichen als korrekte Schreibweise anzuerkennen.

Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2026.

Fussnoten