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die größte Jugend-Suchtklinik in Deutschland (Dtl.) droht zu schließen. Worum geht es?
🍹🚬 Situation
Fachleute schätzen, dass 200.000 Kinder und Jugendliche in Dtl. abhängig von Alkohol, Drogen oder Medikamenten sind.
Die häufigsten Suchtmittel bei Kindern und Jugendlichen sind Alkohol und Cannabis. Abhängigkeit kann u.a. zu Depressionen, Psychosen oder Angststörungen führen. Psychische Erkrankungen begünstigen aber andersherum auch eine Abhängigkeit.
Die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik ist mit 60 Betten die größte Reha-Klinik für suchtkranke Kinder und Jugendliche in Dtl. Bundesweit gibt es weniger als 100 Betten.
💶 Hintergrund
Die Klinik wird hauptsächlich von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) finanziert.
Der Vorstand der Klinik rechnet für 2026 mit einem Defizit von 1,4 Mio. Euro. Der DRV-Tagessatz von 320 € pro Patient/-in reiche nicht, benötigt würden mind. 520 €, um weiter kostendeckend zu bleiben.
Mit dem Tagessatz muss medizinisches, therapeutisches und pädagogisches Personal, Unterbringung, Verpflegung, Medikamente, Drogentests und Freizeitaktivitäten finanziert werden.
🔎📃 Ausblick
Die Klinik soll zum 30.6.2026 schließen, es gibt einen Aufnahmestopp.
Medienberichten zufolge hat die Klinik nun einen Vorschlag unterbreitet, mit dem der Betrieb in den kommenden 24 Monaten befristet fortgeführt werden soll. Die Kosten sollen v.a. die DRV und das Land Niedersachsen tragen.
In dieser Zeit sollen ein langfristiges Versorgungskonzept sowie ein Modell erarbeitet werden, in dem medizinische, therapeutische und soziale Hilfe unter einem Dach zusammengefasst werden.
➡️ Hier erzählt ein junger Abhängiger von seinem Alltag in einer Entzugsklinik: Externer Link: https://kurz.bpb.de/dtdp3095
Viele Grüße
Deine bpb Social Media Redaktion
PS: Da morgen, am 1. Mai, Feiertag ist, melden wir uns erst wieder am Montag!