👋 Guten Morgen,
in einem Online-Archiv kann seit Kurzem nach Mitgliedern der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) recherchiert werden.
🗃️ Die Daten
Obwohl die Nationalsozialisten kurz vor Ende des 2. Weltkriegs die Zerstörung der NSDAP-Mitgliedskartei anordneten, sind bis heute etwa 80 % der Unterlagen erhalten.
Diese wurden u.a. im Bundesarchiv gesichert, sind dort aber aufgrund von Datenschutzfristen bislang nur auf Antrag einsehbar.
Das US-Nationalarchiv, in dem die Kartei ebenfalls hinterlegt ist, ermöglicht seit März online den freien Zugang zu den Daten.
🔎🎞️ Die Suche
Die Recherche funktioniert ähnlich wie bei einer Suchmaschine. Gesucht werden kann etwa nach Vor- und Nachnamen, Geburtsjahr oder Wohnort.
Die Treffer führen noch nicht zu konkreten Mitglieds-Karteikarten, sondern zu digitalisierten Mikrofilmen, in denen man nach weitergehenden Details suchen kann.
Dabei muss die erste Suche noch nicht zu einem Treffer führen, was jedoch nicht bedeutet, dass es keine Treffer gibt. Archivrecherchen sind häufig zeitaufwendig.
❗❕Warum ist das wichtig?
1945 hatte die NSDAP rund 8,5 Mio. Mitglieder. In vielen Familien herrscht bis heute Unklarheit über die Rolle der eigenen Vorfahren während der NS-Zeit. Das hohe Nutzungsaufkommen des Archivs verdeutlicht das Interesse am Thema.
Die Kartei gibt u.a. Auskunft über das Beitrittsdatum zur NSDAP. Ein Beitritt vor der Machtübernahme 1933 kann auf eine frühe ideologische Nähe hindeuten. Später spielten oft auch Opportunismus oder sozialer Druck beim Eintritt eine Rolle.
Die teils aufwändige Recherche liefert nicht nur Informationen über einzelne Personen, sondern kann auch den Umgang mit historischen Quellen schärfen.
➡️ Hier geht’s zum Online-Archiv: Externer Link: https://kurz.bpb.de/dtdp3107
➡️ Mehr zur Aufarbeitung der NS-Geschichte: Externer Link: https://kurz.bpb.de/dtdp3108
Viele Grüße
Deine bpb Social Media Redaktion