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hast du schon einmal in Gebärdensprache gesprochen?
Gebärdensprachen
Gebärdensprachen sind visuell-manuelle Sprachen: Sie werden gesehen, nicht gehört. Sie bestehen aus Handzeichen, Mundgestik, Mimik und Körperhaltung.
Sie sind eigenständige, vollwertige Sprachen mit eigener Grammatik und Ausdrucksweisen. Für viele gehörlose und schwerhörige Menschen ist eine Gebärdensprache die Muttersprache.
Weltweit gibt es über 300 Gebärdensprachen und zahlreiche regionale Dialekte. Allein in der EU sind es 31 Gebärdensprachen.
📖 Geschichte
1570 unterrichtete ein spanischer Mönch gehörlosen Kindern erstmals ein Fingeralphabet. 1771 wurde in Paris die erste Schule für gehörlose Kinder gegründet, in Deutschland (Dtl.) 1778.
Im 19. und 20. Jh. wurde das Unterrichten von Gebärdensprache verboten. Manche gehörlose Kinder wurden misshandelt. Die Folge waren Nachteile in Bildung und sozialer Teilhabe sowie Einschnitte in die Gehörlosenkultur.
Ab den 1960er Jahren gewannen Gebärdensprachen wieder an Bedeutung. In Dtl. wurde die Deutsche Gebärdensprache (DGS) 2002 offiziell als eigenständige Sprache anerkannt.
🚧 Herausforderungen
In Dtl. sind derzeit ca. 80.000 Menschen gehörlos, weltweit etwa 70 Mio. Viele von ihnen (in Dtl. mind. 60 %) haben Schwierigkeiten beim Lesen.
Das Behindertengleichstellungsgesetz soll in Dtl. sicherstellen, dass u.a. gehörlose Menschen nicht benachteiligt werden. Seit 2017 haben sie z. B. einen Rechtsanspruch auf bezahlte Dolmetscherdienste in wichtigen Lebensbereichen.
Dennoch sind sie noch nicht frei von Barrieren – z.B. in der Bildung, den Medien, der politischen Teilhabe, im Alltag oder in der Gesundheitsversorgung.
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Deine bpb Social Media Redaktion