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heute vor 35 Jahren begannen im sächsischen Hoyerswerda schwere rassistische Ausschreitungen.
🔎 Was war passiert?
Am 17.09.1991 attackierten rechtsextreme Jugendliche auf dem Marktplatz vietnamesische Zigarettenhändler/-innen.
Die Angegriffenen flüchteten in eine Unterkunft der Vertragsarbeiter aus Mosambik und Vietnam. Vor dem Haus versammelten sich kurz darauf Dutzende junge Neonazis. In den Folgetagen wuchs der gewaltbereite Mob auf bis zu 500 Menschen an.
Schaulustige feuerten die Gewalttäter an, die Steine und Brandsätze auf das Wohnheim warfen. Die Bewohner verschanzten sich, die Polizei sperrte das Areal drei Tage später am 20.09. ab. Daraufhin griff der Mob ein nahes Asylbewerberheim an, das am 23.09. durch die Behörden evakuiert wurde.
➡️ Die Folgen
Die Polizei stand wegen ihres Zögerns massiv in der Kritik. Später schoben Behörden die Schuld sogar den Angegriffenen zu. In anschließenden Gerichtsverfahren wurden 19 Täter zu gemeinnütziger Arbeit oder Bewährungsstrafen verurteilt.
Das Auftreten der Behörden wurde von Menschenrechtler/-innen als „Kapitulation“ des Staats vor den Rechtsextremen gedeutet.
Die Neonaziszene feierte, die Stadt sei nun „ausländerfrei“. 1991 wurde der Begriff zum ersten „Unwort des Jahres“ gewählt.
📆 Aus heutiger Sicht
Die Ausschreitungen markieren den Beginn einer Serie rechtsextremer Ausschreitungen und Anschläge in den 1990er Jahren: 1992 wurde eine Unterkunft in Rostock angegriffen, in Mölln und Solingen starben Menschen bei Brandanschlägen.
In den Folgejahren engagierten sich die Stadt Hoyerswerda und viele zivilgesellschaftliche Initiativen, um das Image als rechtsextremer Ort zu überwinden.
Zum 35. Jahrestag lädt Hoyerswerda zur Gedenkwoche mit Rundgängen, Gesprächen, Filmen und Ausstellungen ein.
Mehr Infos zu rassistischer Gewalt in den 90er Jahren:
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Deine bpb Social Media Redaktion