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In der Medizin wird daran gearbeitet, geschlechtsbezogene Ungleichheit abzubauen. Was bedeutet das?
🙍♂️🙍♀️ Unterschiede
Zwischen den Geschlechtern gibt es körperliche Unterschiede. Das betrifft z. B. den Hormonhaushalt, den Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System.
Diese Unterschiede wirken sich auch auf die jeweiligen Voraussetzungen und Bedürfnisse aus – etwa bei der Lebenserwartung und der Behandlung bestimmter Krankheiten.
Lange Zeit haben Wissenschaft und medizinische Versorgung diese Unterschiede nicht systematisch berücksichtigt – meist zum Nachteil von Frauen. Dieses Phänomen wird als Gender Health Gap bezeichnet.
💊 Strukturelle Gründe
Insbesondere die Forschung orientierte sich lange stark an der männlichen Biologie.
So wurden neue Medikamente vorwiegend an männlichen Probanden getestet und für diese dosiert. Dass häufig Daten für das weibliche Geschlecht fehlen, wird als Gender Data Gap bezeichnet.
Dass der Gender Health Gap existiert, ist zwar weitgehend unstrittig. Es fehlt bisher jedoch ein anerkannter Indikator, der die Unterschiede insgesamt objektiv messbar macht.
📊 Lösungsansätze
Eine EU-Richtlinie schreibt seit 2005 u. a. vor, dass an klinischen Studien auch weibliche Probandinnen teilnehmen müssen.
Geschlechtsspezifische Aspekte sind an vielen Universitäten bereits Bestandteil der medizinischen Ausbildung. Das Bundesgesundheitsministerium will diese im Medizinstudium künftig noch stärker verankern.
Eine besondere Herausforderung stellt das Thema für nicht-binäre Personen dar. Sie sind in der medizinischen Versorgung besonders mit Diskriminierung und fehlenden, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Angeboten konfrontiert.
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