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In Brasilien waren die Menschen am Sonntag u. a. zur Wahl des Regierungsoberhaupts und des Kongresses aufgerufen.
🗳️ Wahlen
Bei der Präsidentschaftswahl hat kein Kandidat die notwendige absolute Mehrheit erreicht. Amtsinhaber Lula da Silva von der Arbeiterpartei PT landete mit 45 % der Stimmen hinter Herausforderer Flávio Bolsonaro mit 47 %. Am 25.10. findet die Stichwahl statt.
Bolsonaros rechtskonservative bis rechtspopulistische Partido Liberal wird in der neuen Legislatur zudem stärkste Kraft im Abgeordnetenhaus.
Auch im Senat legte die Partei zu und konnte ihre Mehrheit ausbauen.
🇧🇷 🏛️ Hintergrund
Brasilien hat ein präsidentielles Regierungssystem. Die Parteien im Kongress (Abgeordnetenhaus und Senat) sind nicht in stabile ideologische Lager eingeteilt. Mehrheiten und Entscheidungen werden immer wieder neu verhandelt.
Brasilien gehört zu den größten Demokratien der Welt. Mehr als 158 Millionen Menschen waren zur Wahl aufgerufen. Zwischen 18 und 70 Jahren gilt eine Wahlpflicht.
Würde sich Amtsinhaber Lula da Silva durchsetzen, wäre es bereits seine 4. Amtszeit. Herausforderer Flávio Bolsonaro ist der Sohn von Ex-Präsident Jair Bolsonaro und seit 2019 Senator des Bundesstaates Rio de Janeiro.
📰 Themen
Zu den zentralen Themen des Wahlkampfes gehörten die hohen Lebenshaltungskosten, die Sicherheit sowie die Korruption im Land.
Lula verspricht einen Ausbau des Sozialstaats. Außerdem will er die gesetzliche Höchstarbeitszeit von 44 Stunden an 6 Tagen auf eine Fünf-Tage-Woche mit 40 Stunden reduzieren.
Bolsonaro kündigt im Kampf gegen Kriminalität u. a. Hochsicherheitsgefängnisse nach dem Vorbild El Salvadors an. Er will zudem eine Amnestie für seinen Vater, der wegen seiner Rolle beim Putschversuch 2023 zu 27 Jahren Haft verurteilt wurde.
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