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in Serbien steht ein Machtwechsel bevor: Die sog. Studentenliste (SL) hat am Sonntag die vorgezogene Parlamentswahl gewonnen.
🗳️ Aktuell
Versammlung zur Feier des Wahlergebnisses am 26.10.2026 in Belgrad. (© SIPA | Spasa Dakic)
Versammlung zur Feier des Wahlergebnisses am 26.10.2026 in Belgrad. (© SIPA | Spasa Dakic)
Mit gut 53 % der Stimmen erreichte die Oppositionsbewegung SL überraschend die absolute Mehrheit der Parlamentssitze. Die Serbische Fortschrittspartei von Präsident Aleksandar Vučić kam auf rund 39 %.
Die Wahlbeteiligung erreichte mit 69 % einen Rekordwert. Vučić erkannte das Ergebnis noch am Wahlabend an.
Die SL ist basisdemokratisch organisiert. Ihre 250 Kandidatinnen und Kandidaten wurden von Studierenden nominiert. Die Liste umfasst Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen, darunter Wissenschaft, Bildung, Medizin, Landwirtschaft und Kunst.
🔎 Hintergrund
Die SL ging aus den seit 2 Jahren andauernden Protesten gegen die Regierung Vučić hervor. Sie wirft der Regierung autoritäre Tendenzen, Korruption und die Einschränkung demokratischer Grundrechte vor.
Die Bewegung führte intensiv Wahlkampf – sowohl auf Social Media als auch durch Haustürbesuche im ganzen Land.
Seit 2014 prägte Vučić Serbiens Politik maßgeblich mit: zunächst als Ministerpräsident und seit 2017 als Staatspräsident. Im September trat er von seinem Amt zurück und rief Neuwahlen aus, um erneut als Ministerpräsident anzutreten.
🇷🇸 Ausblick
Wer künftig Ministerpräsident/-in wird, steht noch nicht fest. Auch der außenpolitische Kurs der SL ist unklar, die Bewegung ist ideologisch breit aufgestellt.
Die SL will Rechtsstaatlichkeit wiederherstellen und Korruption bekämpfen. Justiz, Polizei und Medien sollen unabhängiger werden.
Die EU stellte der SL ihre Unterstützung bei der Stärkung der Demokratie in Aussicht. Ob sich dadurch die zuletzt stagnierenden EU-Beitrittsverhandlungen Serbiens beschleunigen, bleibt offen.
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Deine bpb Social Media Redaktion