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Richtig ermittelt?! Hasskriminalität und rassistische Gewalt erkennen und verfolgen

Richtig ermittelt?! Hasskriminalität und rassistische Gewalt erkennen und verfolgen

Themenfelder:

Polizei, Staat und Gesellschaft
Politischer Extremismus
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
Menschenrechtsbildung
Sonstiges: Demokratieverständnis und Herausforderungen der Polizeiarbeit in der pluralen deutschen Gesellschaft

Stichworte:

Hasskriminalität
Politisch motivierte Kriminalität
Planspiel
Ermittlungstätigkeit
Kriminalistik

Zielgruppe(n):

Polizeischüler*innen
Studierende (Diplom, Bachelor)
Studierende (Master)
Einzeldienst
Geschlossene Einheiten
Führungskräfte (gehobener, höherer Dienst)
Multiplikator*innen; Dozent*innen

Bildungskontext(e):

Ausbildung (mittlerer Dienst)
Studium (gehobener Dienst)
Studium (höherer Dienst)
Fortbildung

Typus der Planungs-/ Umsetzungshilfe:

Print
Film

Format/Methodik:

Workshop
Übung/Training
Rollenspiel
Gruppenarbeit
Szenariobasiertes Lernen
Sonstiges: Planspiel (multimedial)

Teilnehmerzahl:

20 bis 40

Zeitansatz:

1/2 bis 1 Tag
> 1 Tag bis < 2 Tage

Bedarf an externen Referent*innen:

Ja: Siehe hierzu die unten stehenden Anmerkungen zu den Punkten "Durchführungshinweise" und "Ergänzende Hinweise".

In der Praxis seit:

2019

Inhaltliche Schwerpunktsetzung

Die intensive Auseinandersetzung mit exemplarischen Fällen und (potenziell) in Frage kommenden Ermittlungsrichtungen (Extremismus, PMK, Hasskriminalität und Organisierte Kriminalität) soll zur weiteren Professionalisierung polizeilicher Ermittler*innen beitragen. Bezogen auf den Themenkomplex Kriminalitätsbekämpfung und Delikteinordnung lernen die Teilnehmer*innen handlungsorientiertes Wissen über

  1. konkrete Deliktzuordungen (Extremismus, PMK, Hasskriminalität, Organisierte Kriminalität),

  2. das Phänomen der Hasskriminalität (Konzept und rechtliche Grundlagen) sowie

  3. professionelle Ermittlungsarbeit im Bereich der Vorurteils-/Hasskriminalität.

Kompetenzerwerb/Zielsetzung

Zentrales Ziel ist es, für eine professionelle Ermittlungsarbeit im Bereich der Vorurteils- bzw. Hasskriminalität zu sensibilisieren. Die Teilnehmer*innen

  • systematisieren und analysieren einen komplexen Fall.

  • treffen adäquate Entscheidungen über Ermittlungsrichtungen.

  • sind in der Lage, sich in die Perspektiven von Opfern zu versetzen.

  • kennen Stärken und Schwächen unterschiedlicher Konzepte, die Ermittlungen zu Grunde liegen und beeinflussen können.

  • reflektieren kritisch über eigene Vorannahmen.

  • sind für die Bedeutung und Auswirkungen von Hasskriminalität für Opfer und Gesellschaft sensibilisiert.

Hilfreich, aber nicht zwingend notwendig sind erste Kenntnisse der Teilnehmer*innen in der Ermittlungsarbeit.

Ablaufplanung

Für die Durchführung sollten ein halber bis 1 Tag eingeplant werden. Ein höherer Zeitansatz (etwa 1,5 Tage) ermöglicht intensivere Reflexions- und Erörterungsanteile. Empfohlen wird die gleichzeitige Buchung einer Multiplikator*innenschulung. So kann das Planspiel in der Folge selbstständig umgesetzt werden.
Das interaktive Planspiel beinhaltet sechs Phasen, wobei die Fallarbeit den Schwerpunkt bildet. Die Teilnehmenden werden mit einem von fünf verfügbaren Szenarien konfrontiert und in Ermittlungsteams und Zeug*innengruppen (plus ggf. 1 Täter*innengruppe) eingeteilt. Sie nehmen insofern verschiedene Rollen wahr.

Durchführungshinweise

Das Angebot kann dezentral vor Ort bei den jeweiligen Interessent*innen durchgeführt werden. Die erstmalige Durchführung des Planspiels erfolgt durch die Anbieter*innen des Bildungskonzepts. In diesem Rahmen können die Nutzer*innen mit dem ergänzenden "Train-the-Trainer-Konzept" zu einer (späteren) eigenständigen Durchführung befähigt werden (Multiplikator*innenschulung).

Ergänzende Hinweise

Die Anbieter*innen werden für die (erstmalige) Durchführung des Planspiels gebucht. Empfohlen wird, gleichzeitig die Multiplikator*innenschulung zu buchen, die Dozent*innen vor Ort für die selbstständige Durchführung qualifiziert. Im Prinzip sind Einzelbuchungen jedoch möglich.

Anbieter*in

Kontakt:
Dr. Britta Schellenberg
Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft (GSI) an der Ludwig-Maximiliams-Universität München
Oettingenstraße 67
80538 München
E-Mail: Externer Link: britta.schellenberg@lrz.uni-muenchen.de
Internet: Externer Link: https://www.gsi.uni-muenchen.de/index.html

Dr. Martin Thüne
Thüringer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung
Fachbereich Polizei
Friedenssiedlung 6
98617 Meiningen
Tel.: +49 (0)3693 850 404
E-Mail: Externer Link: martin.thuene@polizei.thueringen.de

Profil

Das Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft (GSI) an der Ludwig-Maximiliams-Universität München (LMU) (Dr. Britta Schellenberg, Rabia Kökten) forscht, entwickelt Bildungsangebote und bildet Studierende (Bachelor, Master, Promotion) aus und Erwachsene fort. Der Fachbereich Polizei der Thüringer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung (ThürFHföV) (Dr. Martin Thüne) führt das Studium zum gehobenen Polizeivollzugsdienst der Landespolizei durch, nimmt Forschungsaufgaben wahr und bietet Fortbildungen an.

Polizeibezug/Referenzen

Beide Institutionen verfügen angesichts ihrer jeweiligen Schwerpunkte (GSI/LMU: Demokratie- und Menschenrechtsbildung, Hasskriminalität, Extremismus, internationale und vergleichende Polizeiforschung; ThürFHföV: Kriminalisitik, politisch motivierte und Hasskriminalität, politischer Extremismus, Extremismusprävention, Polizeiforschung) vor dem Hintergrund der Analyse aktueller Herausforderungen über umfassende Erfahrungen hinsichtlich der polizeilich-politischen Bildungsarbeit oder der Polizeiarbeit. Brita Schellenberg ist diesbezüglich Mitglied in entsprechenden Gremien (z.B. des Modellprojekts "Politische Bildung und Polizei" der Deutschen Hochschule der Polizei und der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW; Fachdialog Sicherheitsforschung) und Autorin von verschiedenen Publikationen (z.B. Jahrbuch öffentliche Sicherheit).