Schultafel

Bildungskonzept

Das Polizeipräsidium in Wuppertal - Geschichtsort zu Diktatur und Demokratie

Themenfeld(er) Polizei, Staat und Gesellschaft
Historisch-politische Bildung
Stichworte Authentischer Ort
Doppelgeschichte
Historisch-politische Bildung
Polizei- und Stadtgeschichte
Zielgruppe(n) Polizeischüler*innen
Studierende (Diplom, Bachelor)
Studierende (Master)
Einzeldienst
Geschlossene Einheiten
Führungskräfte (gehobener, höherer Dienst)
Multiplikator*innen; Dozent*innen
Polizei als "Nebenzielgruppe"
Unspezifisch
Sonstiges: Stadtgesellschaft, Schulen u.a.
Bildungskontext(e) Ausbildung (mittlerer Dienst)
Studium (gehobener Dienst)
Studium (höherer Dienst)
Fortbildung
Dienstunterricht/dezentrale Fortbildung/Schulungen
Unspezifisch
Format/Methodik Exkursion
Teilnehmeranzahl 10 bis 60
Zeitansatz < 1/2 Tag
Bedarf an externen
Referent*innen
Nein
Kosten 5,-- €/Person bei öffentlichen Führungen; 120,-- € Gruppentarif für eine Exkursion (90-120 Minuten)
In der Praxis seit 2003

Inhaltliche Schwerpunktsetzung

  1. Einführung in die wechselhafte Geschichte des (1939 in Betrieb genommenen) PP Wuppertal als
    • 1939-1945: Polizeipräsidium (Gestapo, Kripo, Polizeigefängnis, Luftschutzzentrum)
    • 1945: Temporäres alliiertes Internierungslager für ehemalige NS-Funktionäre
    • 1945-1951: Hauptquartier der Britischen Militärregierung
    • 1945-1953: Neues Rathaus der Stadt Wuppertal; Stadtkreispolizeibehörde
    • 1946-1951: Sitz der Entnazifizierungsbehörde
    • 1945-1953: Kultureller Veranstaltungsort
    • 1967/68: Schauplatz des Wuppertaler Bialystok-Prozesses (Saal 300)
  2. Mögliche Themen:
    • "Arzt am deutschen Volkskörper" - Die Polizei im NS-Staat.
    • Das Polizeipräsidium als Ort der Geschichts- und Erinnerungskultur
  3. Rundgang durch das denkmalgeschützte und im Krieg unbeschädigt gebliebene Gebäude, in dem sich zahlreiche bildnerische und baukünstlerische Hinterlassenschaften aus der NS-Zeit erhalten haben. Schwerpunkte sind die großformatigen Wandbilder von Hans Kohlschein sowie die Gebäudearchitektur.

Kompetenzerwerb/Zielsetzung

Erwerb von Wissen, Einordnung und Bewertung von historischen Fakten, kritisch-reflektierter Umgang mit historischen Quellen (schriftlich/nichtschriftlich), Evaluation, Empathiefähigkeit im Umgang mit Opfernarrativen, Befähigung zum Perspektivenwechsel (Täter/Opfer/Nachkriegszeit, Gegenwart), Verknüpfungsleistungen

Ablaufplanung

  1. Begrüßung (gemeinsam mit einem Vertreter der Polizeibehörde)
  2. Kurzvortrag zur Geschichte des Gebäudes (mit Bildunterstützung)
  3. Rundgang durch das Haus mit ausgewählten Stationen; Erläuterungen/Kommentare und Dialog mit den interessierten Besuchern
  4. Verabschiedung

Durchführungshinweise

Es werden pro Jahr vier öffentliche Führungen bzw. Exkursionen angeboten. Die Termine für die Exkursionen werden über die Medien, newsletter oder online-Formate angekündigt. Neben den regelmäßigen öffentlichen Führungen können zusätzliche Exkursionen angefragt werden:

Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal
Tel.: +49 (0)202 563 2843
E-Mail: info@alte-synagoge-wuppertal.de

Ergänzende Hinweise

Das Bildungsangebot wurde von Michael Okroy, M.A. (freier wissenschaftlicher Mitarbeiter der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal) entwickelt.
Begrüßug und Einführung finden im Saal 300 statt.

Planungs- und Umsetzungshilfen

Zum Bildungskonzept liegen Bildungsmaterialien in den folgenden Formen vor:
  • Print
"Das Polizeipräsidium in Wuppertal - Geschichtsort zu Diktatur und Demokratie". Illustrierte Broschüre, 16 Seiten, 1. Aufl. 2010, 2. Aufl. 2011 (Nachdruck 2013). Die Broschüre wird stark nachgefragt, auch unabhängig von den regelmäßig angebotenen Exkursionen. Über eine Neuauflage in überarbeiteter Form wird nachgedacht.

Anbieter*in

Kontakt:
Dr. Ulrike Schrader
Trägerverein Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal e.V.
Genügsamkeitstraße
42105 Wuppertal
Tel.: +49 (0)202 563 2843
E-Mail: info@alte-synagoge-wuppertal.de
Internet: http://www.alte-synagoge-wuppertal.de

Profil:
Die Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal wurde 1994 als Gedenkstätte zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus erbaut. Reste der 1938 von den Nazis zerstörten Synagoge sind in den Baukomplex integriert worden. Damit bilden das neue Gebäude und der Ort eine in NRW einzigartige Kombination historischer Authentizität und moderner Architektur, die in vielfältiger Weise den Vergangenheitsbezug im Spiegel der Gegenwart auch ästhetisch reflektieren.
Ein Trägerverein, dem alle relevanten gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen sowie zahlreiche themenaffine Vereine angehören, hat die Kernaufgabe der Begegnungsstätte in seiner Satzung so beschrieben: "die Erinnerung an das Schicksal der jüdischen Bevölkerung […] insbesondere in der NS-Zeit, wachzuhalten und geschichtliches Verständnis zu fördern." Diese Aufgabe, die im Laufe der Jahre immer mehr aufgefächert und differenziert wurde, wird mit einem seit 2012 eingerichteten Museum zur regionalen jüdischen Geschichte, einem abwechslungsreichen Vortragsprogramm und mit individuell abgestimmten Bildungs- und Lernangeboten für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erfüllt.

Polizeibezug/Referenzen:
Von Beginn ihrer Existenz an hat sich die Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal auch ausdrücklich mit den Tätern im Nationalsozialismus, deren Institutionen und mit der juristischen Aufarbeitung von NS-Verbrechen in der Bundesrepublik beschäftigt. Ein besonderer Schwerpunkt bildet hier die Polizei. Es gab zwei zwingende Gründe für diesen Fokus: (1.) Mit dem 1939 in Betrieb genommenen und im Zweiten Weltkrieg unzerstört gebliebenen Polizeipräsidium Wuppertal verfügen Stadt und Region über einen in hohem Maß historisch kontaminierten Lern- und Anschauungsort . (2.) Das seit 1939 ununterbrochen als Behörde genutzte Präsidium war 1967/68 Schauplatz eines spektakulären NS-Prozesses gegen ehemalige Angehörige der Ordnungspolizei wegen Massenmords im Jahr 1941 (sog. "Bialystok-Prozess").
Beides bot die Möglichkeit, die heutige Institution Polizei mit ihrer eigenen historischen Belastung zu konfrontieren, Verdrängungs- und Abwehrprozesse innerhalb der Behörde transparent zu machen, darüber zu reflektieren und nach Wegen einer Kooperation zwischen Gedenkstätte und Polizei zu suchen. Dieser Prozess, der einen regelmäßigen Austausch erfordert, dauert an.


 

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