Frau in Videothek vor Regal mit DVDs

28.5.2002

Im Schatten des Holocaust

Kinder der Opfer - Kinder der Täter

Die Frage, wie ein junger Mensch den Tod seiner Eltern im Konzentrationslager verarbeitet, ist oftmals gestellt worden. Für die Kinder der Täter bestand jedoch niemals dieselbe Aufmerksamkeit, weshalb ihnen die Autoren gleichermaßen ein Forum bieten. Beeindruckende Film-Dokumentation.

Regie u. Buch: Heike Mundzeck
Produktion: Allcom, Bundesrepublik Deutschland 1994
Format: 54 Min. - VHS-Video - farbig und s/w
Stichworte: Faschismus - Geschichte - Judenverfolgung - Nationalsozialismus - soziales Verhalten
FSK: 12 Jahre
Kategorie|options##: Dokumentarfilm



Inhalt: Mai 1945: Ende des Zweiten Weltkrieges, Ende des Naziterrors und Befreiung der Konzentrationslager. Die Überlebenden des Holocaust wagen den Neuanfang, verbunden mit der Hoffnung, ihren Kindern nunmehr ein unbeschwertes Heranwachsen ermöglichen zu können. Über die Familien der Täter dagegen senkt sich lähmendes Schweigen, das Bedürfnis nach Verdrängung und Verheimlichung persönlicher Schuld auch den eigenen Kindern gegenüber. 50 Jahre später berichten Kinder von Opfern und Kinder von Tätern, mittlerweile selbst erwachsen, was es bedeutet, im Schatten einer unbewältigten Vergangenheit aufzuwachsen. Sie offenbaren ihre innere Zerrissenheit, ihre Überforderung angesichts unverarbeiteter Familientragödien, die sich in Scham und Wut, blockierter Kommunikation oder offener Konfrontation Bahn bricht und nicht selten das eigene Selbstverständnis belastet.

Der Film führt die unheilvollen Auswirkungen einer menschenverachtenden und -zerstörenden Ideologie bis in nachfolgende Generationen vor Augen und schafft Verständnis für die Traumatisierung der Betroffenen. Er stellt die besondere historisch-politische Verantwortung der Deutschen ebenso heraus wie die individuelle Verantwortlichkeit jedes einzelnen für eine menschenwürdigere Gestaltung der Zukunft.


Das Internet hat unsere Kommunikationskultur nachhaltig verändert – vor allem für Jugendliche, die mit digitalen Medien aufgewachsen sind. Kinofenster.de untersucht, wie das Smartphone den Alltag der Digital Natives prägt, welche Bedeutung die Neuen Medien für die Bildung und wie sie Eingang in filmische Erzählwelten gefunden haben. Passend zum Thema gibt es Unterrichtsmaterial von der Grundschule bis zur Oberstufe.

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Dossier

Film

Ungeachtet der Bedeutung neuer digitaler Entwicklungen spielt auch der Film als historisch gewachsene und nach wie vor sehr massenwirksame Kunstform eine zentrale Rolle für die Medienbildung. Die Frage nach dem Wie und Warum filmischer Darstellungformen ist dabei wesentlich für eine mündige Rezeption und sachkundige Einordnung der dargebotenen fiktionalen wie auch dokumentarischen Stoffe. Jeder Film spiegelt stets seine sozialen und kulturellen Kontexte wider. Daher ist es wichtig, das Medium nicht nur als mehr oder minder künstlerisch ambitioniertes Unterhaltsprodukt zu betrachten, sondern sich immer auch kritisch mit seinen offenen und verborgenen politisch-ideologischen Botschaften auseinanderzusetzen - und der Art und Weise, wie sie vermittelt werden.

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