Frau in Videothek vor Regal mit DVDs

29.5.2002

Der Versuch einer Berührung

Vier Jugendliche aus Berlin, begegnen einem Mann, der wegen seiner Begeisterung für Swingmusik jahrelang im Jugend-Konzentrationslager Moringen gesessen hat. Nina Gladitz geht mit diesem Film in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus einmal einen anderen Weg: Sie dokumentiert die Reaktionen der Jugendlichen auf die Erzählungen des ehemaligen KZ-Häftlings.

Regie u. Buch: Nina Gladitz
Produktion: Nina Gladitz, Bundesrepublik Deutschland 1988
Format: 44 Min. - VHS-Video - farbig
Stichworte: Jugend - Nationalsozialismus - Soziales Verhalten
FSK: 12 Jahre
Kategorie: Dokumentarfilm



Inhalt: Vier Jugendliche aus Berlin, drei junge Männer, eine junge Frau, Pop-Fans, an Politik nicht sonderlich interessiert, begegnen einem Mann, der, dreimal so alt wie sie selbst, wegen seiner Begeisterung für Swingmusik jahrelang im Jugend-Konzentrationslager Moringen gesessen hat.

Nina Gladitz geht mit diesem Film in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus einmal einen anderen Weg: Sie dokumentiert die Reaktionen der Jugendlichen auf die Erzählungen des ehemaligen KZ-Häftlings. Dabei greift sie nicht auf alte Dokumentaraufnahmen zurück, sondern in aufgelockerter Atmosphäre versuchen die Jugendlichen, diese damalige Situation selbst zu erfahren. So läßt sich einer der Jugendlichen auf dem Schrottplatz eine Fußkette anlegen, um einige Schritte auf der Straße damit zu versuchen, eine Kohlsuppe wird nachgekocht usw.

Es entwickelt sich ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis. Die Jugendlichen berichten über ihr Lebensgefühl, reflektieren, differenzieren.

Nichts an dem Film war vorgegeben, außer den Erlebnissen des ehemaligen Häftlings. Ohne Vorabsprache legen die Jugendlichen auf dem Friedhof in Moringen - entgegen der Friedhofsordnung - einen selbstbeschrifteten Gedenkstein auf dem Rasenstück nieder, unter dem die im Jugend-Konzentrationslager umgekommenen Häftlinge bestattet wurden.


Das Internet hat unsere Kommunikationskultur nachhaltig verändert – vor allem für Jugendliche, die mit digitalen Medien aufgewachsen sind. Kinofenster.de untersucht, wie das Smartphone den Alltag der Digital Natives prägt, welche Bedeutung die Neuen Medien für die Bildung und wie sie Eingang in filmische Erzählwelten gefunden haben. Passend zum Thema gibt es Unterrichtsmaterial von der Grundschule bis zur Oberstufe.

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Dossier

Film

Ungeachtet der Bedeutung neuer digitaler Entwicklungen spielt auch der Film als historisch gewachsene und nach wie vor sehr massenwirksame Kunstform eine zentrale Rolle für die Medienbildung. Die Frage nach dem Wie und Warum filmischer Darstellungformen ist dabei wesentlich für eine mündige Rezeption und sachkundige Einordnung der dargebotenen fiktionalen wie auch dokumentarischen Stoffe. Jeder Film spiegelt stets seine sozialen und kulturellen Kontexte wider. Daher ist es wichtig, das Medium nicht nur als mehr oder minder künstlerisch ambitioniertes Unterhaltsprodukt zu betrachten, sondern sich immer auch kritisch mit seinen offenen und verborgenen politisch-ideologischen Botschaften auseinanderzusetzen - und der Art und Weise, wie sie vermittelt werden.

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