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Vor 35 Jahren kündigte der damalige südafrikanische Präsident Willem de Klerk in einer Parlamentsrede die Abschaffung der bis dahin noch geltenden Gesetze der sogenannten Rassentrennung an – es war ein wichtiger Meilenstein zur Überwindung der Apartheid und der jahrzehntelangen Benachteiligung und Diskriminierung der Schwarzen Bevölkerung in Südafrika.
Das Wort Apartheid ist Afrikaans und bedeutet Trennung. Gemeint ist die Rassentrennung. Ihr Ursprung reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als große Teile des heutigen Südafrikas von den Niederlanden und später von Großbritannien annektiert waren.
Mit der Gründung der Südafrikanischen Union als selbstverwaltete Kolonie des britischen Weltreiches 1910 wurde die Apartheid Stück für Stück auch rechtlich festgeschrieben: So waren der Verfassung nach nur Weiße wahlberechtigt. Ab 1913 durfte die Schwarze Mehrheit der Bevölkerung nur noch 7 Prozent des Landes bewohnen und bewirtschaften.
Nachdem die Nationale Partei 1948 die Parlamentswahl gewann, verschärfte sie die Apartheids-Gesetze: Städte wurden aufgeteilt, Schwarze Menschen zwangsweise an die Stadtränder verdrängt und in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Außerdem wurde die Bevölkerung per Gesetz in vier Kategorien unterteilt: „Weiße“, „Schwarze“, „Farbige“ und später „Asiaten“. Mit den rassistischen Kategorien waren jeweils Regeln, Verbote und Privilegien verbunden. Einen gleichberechtigten Zugang zu Politik, Bildung, Arbeitsmarkt und Rechtsprechung gab es nicht.
Gruppen, die sich gegen dieses System stellten, wurden über Jahrzehnte sanktioniert oder verboten, Oppositionelle wurden verhaftet. Erst am 2. Februar 1990 stieß Südafrikas damaliger Präsident Willem de Klerk mit einer Rede vor dem Parlament den politischen und gesellschaftlichen Wandel an. Er versprach unter anderem, das Verbot des „African National Congress“ kurz ANC und anderer Anti-Apartheids-Organisationen aufzuheben und politische Gefangene, darunter auch Nelson Mandela, aus der Haft zu entlassen.
Weiter angetrieben durch Proteste im eigenen Land, aber auch durch internationalen Druck kündigte de Klerk schließlich heute vor 35 Jahren an, auch die letzten damals noch gültigen Apartheits-Gesetze aufzuheben. In einem Referendum, das jedoch ausschließlich der weißen Bevölkerung vorbehaltenen war, stimmten im März 1992 schließlich zwei Drittel für die Fortführung von de Klerks Reformplänen und eine Übergangsverfassung – trotz des Widerstands nationaler Kräfte. 1994 fanden die ersten freien Wahlen statt und Nelson Mandela wurde der erste Schwarze Präsident des Landes. Südafrika bekam zudem eine der fortschrittlichsten Verfassungen der Welt.
Das Land kämpft aber auch über drei Jahrzehnte später mit den Folgen der Apartheid: Die Schere zwischen Arm und Reich geht extrem weit auseinander. Von Armut ist jedoch nach wie vor gerade die Schwarze Bevölkerung betroffen.
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Produktion: 02.02.2026
Spieldauer: 4 Min.
hrsg. von: Bundeszentrale für politische Bildung
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