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Audiocollage 2: Lea-Grundig-Straße, Hans-Dankner-Straße … | bpb.de

Audiocollage 2: Lea-Grundig-Straße, Hans-Dankner-Straße … Wer wird wie erinnert - oder nicht?

von: Charlotte Misselwitz

Die Nachfahren von jüdischen Künstler/-innen und anderen aus der Aufbaugeneration der DDR diskutieren über den Umgang mit der Benennung von Straßen in der Bundesrepublik, die an sie erinnern sollen.

Inhalt

Es entstanden 2025 drei Audiocollagen im Zusammenspiel mit einer Recherche von Charlotte Misselwitz über die Kunstwerke ostdeutscher jüdischer Künstler/-innen an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD).

Das Transkript zur Audiocollage 2 finden Sie Interner Link: hier >>

Ein Summen macht die Kinderhymne von Brecht nun klarer erkennbar. Die Erinnerungen an die Härte, die Dogmen und auch die repressiven Tendenzen der DDR sind in den jüdischen Stimmen der zweiten Generation (Herbert Lappe, Dorit Bereach, Martin Colden) noch sehr wach. Die Entscheidung gegen die Benennung einer Lea-Grundig-Straße in Dresden durch den Stadtrat im Sommer 2024 war für alle Beteiligten ein Anlass, über die Form der Erinnerung in der deutschen Gesellschaft zu reflektieren. Dies sind dies auch Erinnerungen, die die Identifikationen der Elterngeneration mit dem Staat, die Dogmen, die auch mit „guter Absicht“ entstehen können, einzuordnen wissen. Die Stimmen widersprechen sich, sie zeigen einen offenen Diskurs innerhalb einer speziellen Gruppe, welche die DDR von der Nazi-Diktatur allein durch ihre eigene jüdische Herkunft zu unterscheiden weiß. So entsteht ein Gefälle im gegenwärtigen Erinnerungsdiskurs, etwa eine überzogene Härte gegenüber „roten Widerstandskämpfern“, die zeitweilig mit der Staatssicherheit kooperierten, gegenüber der Nachsicht in Bezug auf den rechten oder konservativen Widerstand gegen Hitler, der jahrelang das Nazi-System mittrug und selbst darin involviert war – und dessen Namen gleichwohl landesweit Straßen und Denkmäler zieren.

Interner Link: Hier geht es zu den die Lebensläufe zu den genannten Personen >>

Mehr Informationen

  • Redaktion: Charlotte Misselwitz, Autorin

  • Regie: Barbara Meerkötter

  • Ton: Jean-Boris Szymczak

  • Musik: „Kinderhymne“ von Bertolt Brecht, Komponist Hanns Eisler

  • Gitarre: Gidi Farhi

  • Es sprechen (in der Reihenfolge des Auftritts):

  • Herbert Lappe (geb. 1946 in London), seit 1987 über 20 Jahre im Vorstand der jüdischen Gemeinde Dresden, Sohn deutscher Rückkehrer aus dem englischen Exil.

  • Peter Goldhammer (geb. 1959), Großneffe von Lea Grundig, Enkel von Bruno Goldhammer (Cousin von Lea Grundig, der während der Slansky-Prozesse 1953 ins Gefängnis kam).

  • Dorit Bereach (geb. 1958 in Israel), 1980-1985 Studium an der Hochschule für bildende Künste Dresden, seit 1985 freischaffende Künstlerin in Berlin.

  • Martin Colden (geb. 1955), Maler und Zeichner mit Werken in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Sohn jüdischer RemigrantI/-innen aus England. Lebt und arbeitet in Berlin, www.colden.arthome.info. Maria Heiner (geb. 1937), Biografin und Herausgeberin des Werkverzeichnisses von Lea Grundig (www.grundig-grafik.de), war eine enge Freundin und ärztliche Betreuerin von Lea, lebt in Dresden. Guliko Zimmering (geb. 1954), Großnichte von Lea Grundig, Tochter von Max Zimmering (Schriftsteller und Cousin von Lea Grundig), lebt in Dresden.

  • Produktion: 2025

  • Spieldauer: 8 Min.

  • hrsg. von: Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

  • Verfügbar bis: 01.04.2033

Lizenzhinweise

Dieser Text und Medieninhalt sind unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 4.0 - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International" veröffentlicht. Autor/-in: Charlotte Misselwitz für bpb.de

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