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Die Zerstörung des "Jerusalem Litauens" Der Holocaust in Litauen

von: Dr. Christoph Dieckmann

Über 300 Synagogen, Gebetshäuser und jüdische Vereine prägten Vilnius, das "Jerusalem Litauens". Im Juni 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht Litauen und wurde von Teilen der Bevölkerung als Befreier begrüßt, hatte doch die stalinistische Sowjetunion ein Jahr zuvor das Land besetzt und annektiert. Schon in den ersten Tagen der deutschen Besatzung kam es unter deutscher Regie zu Gewaltexzessen und Massenerschießungen der jüdischen Bevölkerung. Noch vor dem Beginn des Lichterfestes meldete ein verantwortlicher SS-Standartenführer nach Berlin, dass drei Viertel der 200.000 Juden des Landes ermordet worden waren. Wie war das in nur fünf Monaten möglich? Die sogenannte Wannsee-Konferenz, auf der die Organisation des Holocausts diskutiert und koordiniert wurde, fand erst später, im Januar 1942, statt. Und warum ist es heute in Litauen so schwer, offen und selbstkritisch über dem Massenmord zu sprechen?

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Litauen – Lettland – Estland

Litauen, Lettland und Estland wurden als Folge des Pakts von der Sowjetunion annektiert. Die Länder verloren ihre staatliche Unabhängigkeit, die neue Besatzungsmacht installierte gewaltsam ihre Macht.